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Apple-Heads, 4.12.: John Sculley - der Umstrittene

04.12.2012 | 00:05 Uhr |

Mit John Sculley wurde Apple erst erwachsen – nachdem sich der neue CEO mit Jobs überwarf, taumelte das Unternehmen jedoch langsam dem Abgrund entgegen

Man kann über John Sculley denken, was man will und ihn gar als bei Apple schlussendlich gescheiterten Zuckerwasserverkäufer schmähen, doch hat der Mann Visionen, die denen eines Steve Jobs nicht immer nachstehen. In einem Interview mit dem Playboy sprach er 1987 davon, dass „optische Speichermedien die Art und Weise des Gebrauchs von Computern revolutionieren“ würden – CD und DVD gehen erst 25 Jahre später allmählich darnieder, Apple hat sie nun auch aus dem iMac verbannt .

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Ebenfalls sprach Sculley schon 1987 schon von einer Verschmelzung von Computer und Telefon – 25 Jahre später reklamiert er für sich, den Erfolg des iPhone vorhergesehen zu haben . Sculley erinnert sich 2012, er habe bereits Anfang 1993 auf der CES davon gesprochen, dass es in der Zukunft eine Milliarden-Industrie rund um Geräte geben werde, die Computertechnologie mit Telefonie verbinden werde. Diese Geräte müssten aber eine völlig neue Nutzererfahrung wie etwa Gestensteuerung bringen. Die Presse hätte Sculley seinerzeit für seine "komplett absurde Idee" verlacht, auch seriöse Blätter wie das Wall Street Journal.

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Als Urvater des iPhone sieht Sculley heute den Taschencomputer Newton an, über den er letztlich gestolpert war . Seinerzeit hätten die Entwickler bei Apple vor der Herausforderung gestanden, einen Prozessor für ein tragbares und batteriegetriebenes Gerät wie den Newton zu finden. Apple habe daraufhin zusammen mit Acorn Computers die Firma Advanced RISC Machines (ARM) gegründet. „Und heute arbeitet der ARM-Prozessor in fast jedem Mobilgerät weltweit,“ freut sich Sculley, der den eigentlichen Grund seines Scheiterns bei Apple in seiner Weigerung sieht, das Mac-Betriebssystem an Dritte zu lizenzieren, wie es Apple nach ihm und bis zur Rückkehr von Steve Jobs tat. Jobs killte kurz nach seiner Wiederkehr auch den Newton und verschlankte Apples Produktpalette, die vor allem Sculley maßlos aufgebläht hatte.

Angefangen hatte die Beziehung Sculleys zu Apple mit einem 18-monatigen Werbens der Firma, die organisch wenn nicht gar chaotisch gewachsen war und nun einen CEO suchte. „Wollen Sie für den Rest Ihres Lebens Zuckerwasser verkaufen oder wollen Sie die Welt verändern?“, soll der entscheidende Satz von Steve Jobs gewesen sein, der Sculley schließlich zum Wechsle von Pepsi zu Apple bewog. Sculley änderte daraufhin Apple radikal, die Szene spottete, der juvenile, hippe Laden aus dem Silicon Valley sei nun unter die Aufsicht eines Erwachsenen geraten. Eine der ersten Amtshandlungen Sculleys war es, den Verkaufspreis für den Mac um stolze 500 US-Dollar anzuheben, die höhere Marge finanzierte teures Marketing – Superbowl-Spots bekam man ja nicht für lau. Sculley organisierte das ungebremste Wachstum Apples, und als er Steve Jobs aus dem Unternehmen gedrängt hatte, begannen die besten Zeiten Apples mit Nettogewinnen bis zu 520 Millionen US-Dollar pro Jahr (1991/92), der Umsatz stieg auf den Rekordwert von acht Milliarden US-Dollar (1992/93). Doch schon Ende 1993 musste Sculley das Unternehmen verlassen, das Interregnum von Michael Spindler und Gil Amelio begann.

Die heutige Frage:

Sculley war auch kurz in der Politik tätig und unterstützte einen erfolgreichen Präsidentschaftskandidaten. In dessen Kabinett gelangte er aber nicht. Welchen erfolgreichen Präsidentschaftsbewerber und welchen Wahlkampf meinen wir?

  1. Bill Clinton, 1992

  2. George Bush, 2000

  3. Barack Obama, 2008

Wenn Sie die Antwort wissen, tragen Sie diese in unser Gewinnspielformular ein , das bis um 23.59 am 4.12. geöffnet ist.

 

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