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Macwelt Replay 34|04

21.08.2004 | 10:00 Uhr | Peter Müller,

Macwelt Replay 34|04

Der spielerische Wochenrückblick

Interaktive Fußball-WM unter dem Dach der FIFA

Computerfußballer können bald unter Schirmherrschaft des Fußballweltverbandes FIFA ihren Weltmeister ermitteln. Von Oktober bis Dezember sollen Fußballfans aus aller Welt online ihren Champion ermitteln, teilte FIFA-Marketingchef Jérome Valcke bei der Weltpremiere des Videospiels 'FIFA Football 2005' von Electronic Arts auf der Spielemesse 'GC Games Convention' (noch bis zum 22. August) in Leipzig mit. Der virtuelle Weltmeister soll bei der nächsten Gala der FIFA zusammen mit den Weltfußballern des realen Spiels präsentiert werden. Für die interaktive WM seien die FIFA, Microsoft und Electronic Arts eine langfristige Partnerschaft eingegangen. Teilnehmen können daher nur Besitzer der Spielkonsole Xbox von Microsoft, die gleichzeitig Nutzer des Online-Spieledienstes 'Xbox Live!' sind. Die interaktive WM wird den Angaben von Electronic Arts zufolge bis zu einer Million Spieler in sechs Kontinenten online zusammenführen. 'FIFA Football 2005' kommt am 14. September in den Handel. Das Spiel wird für den PC und auch für alle gängigen Heimkonsolen angeboten.

Neuer Preiskrieg bei Spielekonsolen

Der Preiskrieg bei den Spielekonsolen geht weiter. Microsoft hat am Mittwoch auf der Spielemesse Games Convention in Leipzig angekündigt, zum 27. August die unverbindliche Preisempfehlung für die Konsole auf 149,99 Euro zu senken. Auch die Sony-Spielekonsole Playstation 2 wird zukünftig 149 Euro kosten. Damit beginnt bereits im August der Preiskampf für das Weihnachtsgeschäft. Zuvor waren die Geräte für 199 Euro zu haben.
Microsoft hat nach Unternehmensangaben seit der Markteinführung weltweit insgesamt 15,5 Millionen Videospielsysteme ausgeliefert. Bis Mitte 2005 will man 20 Millionen Geräte verkauft haben. dpa

US-Spieleentwickler: Deutsche Spiele sind zu kompliziert

Die von Deutschen entwickelten Computer- und Videospiele sind nach Ansicht des US-Spieleentwicklers Bob Bates zu kompliziert. 'Deutsche Spiele haben vor allem deshalb weltweit einen geringen Marktanteil, weil sie den Konsumenten zu viel abverlangen, es dauert zu lange bis man die Spiele versteht', sagte der Experte in einem dpa-Gespräch am Rande des Entwicklungskongresses 'GC - Developer-Conference' in Leipzig. Dort trat Bates als einer der Hauptreferenten auf.

In den USA würden die Kunden den Spielen nicht mehr als fünf Minuten Bewährungszeit geben. 'Wenn sie dann das Spiel nicht verstanden haben und keinen Spaß haben, wird es nicht gekauft', sagte Bates. Der Spieleexperte stellte einen großen Mentalitätsunterschied zwischen Deutschland und den USA fest. 'In Deutschland scheinen es die Leute gewohnt zu sein, sich viel Zeit zu nehmen, um sich in alles genau hineinzudenken und zu verstehen, in den USA wird eher einfach drauflos gespielt.' Deutsche Spieleentwickler sollten bei aller Akribie und Liebe fürs letzte Detail den Spaß nicht vergessen, meinte Bates.

Dies ist für den Spiele-Fachmann auch ein Grund, weshalb in Deutschland, anders als im Vergleich zu anderen Ländern wie den USA oder Japan, der Markt der PC-Spiele immer noch größer sei als der der Konsolenspiele. 'Konsolen sind viel leichter zu handhaben, man verkabelt sie einfach mit dem Fernseher und kann loslegen', erklärte Bates. Wer sich allerdings einen PC kaufe, der mache wesentlich öfter die Erfahrung, dass dieser nicht sofort funktioniere.

Dennoch erwartet Bates in der Zukunft eine Angleichung. 'Es wird auch in Deutschland und Europa so sein, dass auch noch mehr Erwachsene multimedial spielen werden.' In den USA sei der Besitzer einer Spiele-Konsole durchschnittlich schon 25 Jahre alt. Dort seien Computerspiele längst als Freizeitvergnügen auch für Erwachsene akzeptiert. 'Die Popularität und Akzeptanz dieser Form des Zeitvertreibs wird auch in Deutschland und Europa unter Erwachsenen immer populärer werden.' (dpa)

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