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Macworld: Apple Pay voraussichtlich kein Erfolg in Europa

29.09.2014 | 10:29 Uhr | Thomas Hartmann

Apple Pay steht in Europa vor anderen Herausforderungen als in den USA, wo Kreditkarten komplett anders gehandhabt werden.

Wird Europa im Schafsjargon ÔÇŁM├ĄhÔÇť (also nein) zu Apples neuem NFC-Bezahldienst Apple Pay sagen, wie unser US-Schwestermagazin Macworld glaubt? Daf├╝r sprechen unterschiedliche Gewohnheiten und Sicherheitsvorkehrungen auf den beiden Kontinenten. So ist man es in Europa gewohnt, dass Kreditkarten und andere Zahlungskarten mit einem Chip ÔÇô und nicht nur Magnetstreifen ÔÇô ausgestattet sind und dass f├╝r bestimmte Transaktionen ein PIN erforderlich ist. In den USA dagegen reicht es h├Ąufig, die Kreditkarte einfach durch die Bezahlungsvorrichtung an der Kasse┬á (Terminal) zu ziehen oder die Rechnung schlicht zu unterschreiben. Obwohl es analoge M├Âglichkeit nat├╝rlich auch in manchen Gesch├Ąften und Restaurants in Europa gibt. Dennoch ist wegen der grunds├Ątzlich h├Âheren Sicherheitsma├čnahmen der Verlust durch kartenbasierten Gelddiebstahl in den USA mit 5,3 Milliarden Verlust im Jahr 2013 deutlich h├Âher als auf dem alten Kontinent, schreibt die Macworld. Allerdings gibt es auch in Europa Probleme, etwa mit dem so genannten Skimming, wenn durch Aussp├Ąhen der PIN einer Karte durch Kriminelle ermittelt und die Karte kopiert wird. Doch hat es hier in der Vergangenheit etwa durch die Einf├╝hrung von Chips in EC-Karten zus├Ątzliche Sicherheitsma├čnahmen gegeben.

Zudem ist es in Europa anders als in den USA un├╝blich, seine Karte zum Bezahlen ├╝berhaupt aus der Hand zu geben. Bestenfalls steckt man sie in eine (gelegentlich auch portable) Kartenapparatur, in die man in der Regel seinen PIN zus├Ątzlich einzugeben hat. Au├čerdem f├╝hren Kunden in den USA h├Ąufig deutlich mehr Zahlungskarten in ihrem Portemonaie mit sich, als das in Europa ├╝blich ist. Diese k├Ânnten dann von einem einfachen Bezahlsysteme wie mit Apple Pay durch die einheitlichere Bezahlung auch deutlich mehr profitieren. Zumal das Begleichen der Rechnungen mit Kreditkarten in den USA weit verbreiteter ist als in Europa.

Apple Pay wird nach Einsch├Ątzung unseres Kollegen Kirk McElhearn einen hohen Sicherheitsstandard bieten und deutlich besser gesch├╝tzt seien, als etwa die iCloud. Dies k├Ânnte in der nahen Zukunft auch europ├Ąische Banken interessieren, allerdings ist hier die Konkurrenz untereinander bereits jetzt hoch, da verschiedene Unternehmen und Banken eigene digitale Bezahlsysteme in Planung haben. Ein Vorzug von Apple k├Ânnte einmal mehr das einheitliche und ineinander verschachtelte ├ľkosystem sein. Wenn man etwa mit der mit dem iPhone verbundenen Apple Watch ohne Umst├Ąnde seinen Kaffee oder die Zeitung bezahlen kann, ist das f├╝r Kunden ein positives, weil sehr bequemes Zahlungserlebnis, das die Akzeptanz rasch vergr├Â├čern k├Ânnte. Freilich, so der Macworld-Author weiter, was macht es schon, mal sein Portemonaie hervorziehen zu m├╝ssen und die Karte zum Bezahlen heraus zu kramen? Es kostet nur ein wenig mehr Zeit. Dennoch glaubt er, dass in den USA aus den genannten Gr├╝nden (viele Karten, Sicherheitsstandards vergleichsweise r├╝ckst├Ąndig) Apple Pay im Unterschied zu Europa deutlich besser angenommen wird.

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