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Mädchen lädt Handy im Bad auf – tödlicher Stromschlag

26.02.2020 | 14:31 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Das Forum Mobilkommunikation warnt mit Nachdruck davor, Handys im Bad aufzuladen. Anlass für die Warnung ist ein aktueller tödlicher Unfall.

Update 14:30 Uhr: Die Polizei von Voralberg schreibt in ihrer Mitteilung folgendes: „Am 23.02.2020 gegen 16:42 Uhr kam es in Dornbirn zu einem Todesfall nach einem Stromschlag in einer Badewanne. Ein 11-jähriges Mädchen nahm in einem Wohnhaus in Dornbirn ein Bad und versperrte die Badezimmertüre. Als die Mutter nach einiger Zeit gegen die Badezimmertüre klopfte und seitens der Tochter keine Rückmeldung erhielt, schaute die Mutter durch das Badezimmerfenster in das Bad. Dabei konnte die Mutter ihre Tochter in der Badewanne liegend wahrnehmen. Ein anwesender Onkel schlug daraufhin die versperrte Badezimmertüre ein, zog das Mädchen aus dem Wasser und begann mit der Reanimation. Nach dem Eintreffen des Notarztes führte dieser die Reanimation fort, jedoch erfolglos. Das Mädchen, welche starke Verbrennungsmerkmale aufwies, ist vermutlich durch einen Stromschlag verstorben. Ein angestecktes Aufladekabel befand sich in der Nähe der Wanne. Das Mobiltelefon des Mädchens lag in der Badewanne. Die heute durchgeführte Obduktion durch die Gerichtsmedizin Innsbruck verstärkt die Vermutung, dass das Mädchen aufgrund eines Stromschlages verstorben sein dürfte. Ein Sachverständiger wurde zur Klärung der Unglücksursache von der Staatsanwaltschaft Feldkirch bestellt.“

Das Forum Mobilkommunikation, dessen Mitglieder unter anderem A1 Telekom Austria, Huawei, Hutchison Drei Austria, ms-CNS, Nokia Solutions und Networks Österreich, Samsung, Sony Mobile, SPL Tele, Magenta Telekom, ZTE sowie der FEEI sind, folgt der Darstellung der Polizei. Update Ende

Das Forum Mobilfunkkommunikation FMK, eine freiwillige Interessensvertretung der österreichischen Mobilfunkbranche im Netzwerk des Fachverbandes der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI), warnt mit Nachdruck davor, in Nassräumen Handys oder Smartphones aufzuladen. Der Grund für diese Warnung ist ein aktueller tragischer Unfall.

Der tödliche Unfall ereignete sich laut FMK am Sonntag, 23. Februar 2020, gegen 16:42 Uhr in Dornbirn im österreichischen Vorarlberg. Ein 11 Jahre altes Mädchen hatte ihr Handy in der Badewanne benutzt, während das Mobiltelefon an das Ladekabel angeschlossen war. Offensichtlich, so das FMK, fiel dem Mädchen das Mobiltelefon in das Badewasser. Die junge Frau soll dadurch einen tödlichen Stromschlag erlitten haben, wie die Obduktion ergab: Das Mädchen hatte starke Verbrennungsspuren, das angesteckte Ladekabel lag in der Nähe der Wanne und das Mobiltelefon lag in der Badewanne. Von einem Verlängerungskabel oder anderen elektrischen Geräten, die den Stromschlag verursacht haben könnten, ist in dem Polizeibericht nicht die Rede.

Das FMK betont, dass Handys oder Smartphones, die für sich allein genommen ins Wasser fallen, keine Gefahr für die in der Badewanne sitzende Person darstellen. Die Mobiltelefone können durch das unfreiwillige Bad allenfalls kaputtgehen. Die niedrige Spannung des Akkus stellt laut FMK keine tödliche Gefahrenquelle dar.

Doch ganz anders stellt sich die Situation dar, wenn das Mobiltelefon mit der Netzsteckdose verbunden ist und dann ins Wasser fällt. In diesem Fall droht ein tödlicher Stromschlag. Denn in diesem Fall besteht über das Ladegerät in der Steckdose eine indirekte Verbindung zum Netzstrom. Diese Gefahr verschärft sich noch, wenn das Ladekabel in einer Steckdose steckt, die nicht geerdet ist. So etwas entspricht zwar nicht den seit Jahrzehnten geltenden Sicherheitsstandards, kommt aber mitunter bei Altbauten oder nach unfachmännisch durchgeführten "Bastelarbeiten" vor. In so einem Fall kann der Schutzschalter nicht schnell genug auslösen und die Stromzufuhr wird dadurch nicht schnell genug unterbrochen. Ein solcher Fall scheint sich ebenfalls in Dornbirn in Voralberg, allerdings bereits im Februar 2019, zugetragen zu haben: Damals starb eine junge Frau in der Badewanne.

Ladegeräte und -kabel sind laut FMK nicht für den Gebrauch in Nassräumen geeignet und üblicherweise auch nicht wasserdicht. Deshalb haben Ladegeräte generell in Nassräumen nichts zu suchen. In jedem Fall sollten nur Ladegeräte und Ladekabel mit mindestens CE-Kennzeichnung oder besser noch mit einem Prüfzeichen wie vom VDE oder dem GS-Zeichen benutzt werden. Darauf sollte man besonders beim Kauf im Internet achten.

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