2560467

Magsafe im iPhone 12 kann Defibrillatoren stören

12.01.2021 | 15:18 Uhr | Halyna Kubiv

Wer Herzschrittmacher oder Defibrillator implantiert hat, muss bei jedem Elektronik-Kauf auf bestimmte Eigenschaften achten.

Hat man einen implantierten Herzschrittmacher oder einen Defibrillator, sind beim Kauf eines neuen Smartphones andere technische Spezifikationen wichtig als Kameraauflösung oder Chip-Geschwindigkeit. Dazu gehört die Stärke der im Gerät eingebauten Magnete, denn ab einer bestimmten Grenze können diese die Funktionen von Herzschrittmacher und Defibrillatoren stören. Forscher am Henry-Ford-Krankenhaus in Detroit (USA) haben an einem Einzelfall bewiesen , dass ein iPhone 12, platziert direkt über der linken Brust des Patienten, seinen implantierten Defibrillator der Firma Medtronic zum Stillstand brachte. Das implantierte Gerät nahm seine Arbeit wieder auf, sobald das iPhone von der Stelle entfernt wurde.

Beobachtung der Forscher: Das iPhone 12 wurde im Brustbereich des Patienten platziert (grüner Pfeil), dies führte zur Pausierung des Defibrillators (roter Pfeil).
Vergrößern Beobachtung der Forscher: Das iPhone 12 wurde im Brustbereich des Patienten platziert (grüner Pfeil), dies führte zur Pausierung des Defibrillators (roter Pfeil).
© Heart Rhythm Society

Die Studie beobachtet jedoch einen Einzelfall mit einer beschränkten Kombination der Geräte und steht somit erst am Anfang der wissenschaftlichen Forschung zum Thema "Interferenzen des iPhone 12". Apple gibt in seinen Support-Dokumenten zu , dass Patienten mit Implantaten womöglich Interferenzen mit dem iPhone in Kauf nehmen sollen: "Das iPhone enthält Magnete sowie Komponenten und Funkelemente, die elektromagnetische Felder erzeugen. Diese Magnete und elektromagnetischen Felder können zu Interferenzen bei medizinischen Geräten wie Herzschrittmachern und Defibrillatoren führen." Allerdings heiß es weiter zu dem iPhone 12: "Obwohl alle iPhone-12-Modelle mehr Magnete enthalten als frühere iPhone-Modelle, ist kein höheres Risiko von magnetischen Interferenzen mit medizinischen Geräten zu erwarten als bei früheren iPhone-Modellen." Apple gibt allerdings in uns bekannten Dokumenten nicht an, in welcher Stärke die eingebauten Magneten bei jedem iPhone-Modell das magnetische Feld erzeugen.

In einer etwas breiter angelegten Studie haben die Forscher an der Charité Berlin herausgefunden , dass zumindest die Apple Watch in der Kombi mit einem iPhone (6) zu keinen Interferenzen mit implantierten Herzschrittmachern und Defibrillatoren führt.

Macwelt Marktplatz

2560467