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Mal wieder: Apple verklagt Firma wegen Obst-Logo

10.08.2020 | 15:19 Uhr | Stephan Wiesend

Bei Logos, die wie beim Dienst Prepear auch nur im entferntesten an das Apple-Logo erinnern, hat man schnell Anwälte von Apple am Hals.

Ist man auf der Suche nach einem neuen Logo für sein Unternehmen, sollte man bei der Verwendung von Kernobst-Symbolen sehr vorsichtig sein. Apple hat hier schon zahlreiche kleine Firmen verklagt, zuletzt etwa den Touristik-Verein Rhein Voreifel, der seinen Radwander-Weg mit einem Apfel-Logo verschönerte.

Bei dem Service Prepear geht es dagegen nicht einmal um die gleiche Pflanzenfamilie, sondern eine etwas süßere Frucht: Das Logo besteht aus einer stark stilisierten grünen Birne, die das Logo von App und Dienst bildet. Installiert man die App unter iOS oder Android (sie ist auch weiterhin im App Store verfügbar) kann man damit Rezepte sammeln, auch eine Einkaufszettel-Funktion steht zur Verfügung. Wie iPhone in Canada berichtet , hatte das Unternehmen Super Healty Kids das Logo eigentlich schon Januar 2017 beim US Trademark Office angemeldet. Alles schien laut einer ersten Einschätzung des Trademark Office in Ordnung, bis Apple kürzlich mit einer so genannte „Notice of Opposition“ Einspruch erhob – am letzten möglichen Tag der Einspruchsfrist und mit der Bitte um eine Verlängerung der Frist. Erste Klärungsversuche mit Apple verliefen erfolglos, begründet wurde der Einspruch mit der Ähnlichkeit der Logos „Applicant’s Mark consists of a minimalistic fruit design with a right-angled leaf, which readily calls to mind Apple’s famous Apple Logo and creates a similar commercial impression“, wie man im Text des Einspruchs nachlesen kann.

Die beiden Symbole sollen nach Meinung von Apple zu ähnlich sein.
Vergrößern Die beiden Symbole sollen nach Meinung von Apple zu ähnlich sein.

Auf den ersten Blick erscheint Apples Forderung wenig erfolgversprechend, erscheinen dem Laien die beiden Logos doch nur begrenzt ähnlich. Wie Russ Monsoon, der COO von Prepear gegenüber iPhone in Canada behauptet, scheinen Apples Anwälte aber anscheinend möglichst hohen zeitlichen und finanziellen Druck ausüben zu wollen. So hätten bereits der späte Einspruch und die Fristverlängerung die juristischen Kosten erhöht. Einen der vorher fünf Angestellten habe man bereits entlassen müssen, um sich den Rechtsstreit überhaupt leisten zu können. Super Healty Kids sei außerdem nicht der einzige Betroffene: So hatten in ähnlichen Fällen Firmen schnell auf ihr Logo verzichtet – dazu gehörten etwa Quest Groups (hatten eine Birne mit einer Brille als Logo) oder TTSH GmbH (Orange mit Blättern). Man fühle sich aber moralisch verpflichtet, sich gegen Apple zu wehren. Man versuche deshalb, medialen Druck auf Apple auszuüben, auch eine Petition auf Change.org wurde gestartet . Bei Redaktionsschluss hatte diese bereit 25 000 Unterschriften gesammelt.

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