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Mehr Licht – dynamisches Sitzen auf dem Bürostuhl

14.05.2007 | 12:41 Uhr | Stephan Wiesend

Mehr Licht – dynamisches Sitzen auf dem Bürostuhl

Macwelt: Ein Zimmer sollte also möglichst gleichmäßig ausgeleuchtet sein?

Die Kontraste sollten nicht zu extrem sein und auch die Helligkeitsunterschiede nicht zu extrem. Das merkt aber auch der Benutzer an sich selber gut, etwa, wenn es schon nach einer Viertelstunde anstrengend wird etwas zu lesen.

Macwelt: Ist die Idee falsch, den Monitor in die Nähe des Fensters zu stellen, damit man während der Arbeit aus dem Fenster blicken kann?

Es kommt darauf an, in welcher Richtung ich ihn aufstelle. Wenn ich ihn so stelle, dass ich parallel zum Fenster zur Bildachse schaue, ist es in Ordnung. Aber nicht so, dass das Fenster auf den Bildschirm schaut oder dass ich den Bildschirm gegen das Fenster richte.

Macwelt: Was halten Sie eigentlich von Sitzbällen?

Zur Abwechslung, um sich mal anders hinzusetzen, sich dynamisch hinzusetzen, sind sie ganz gut, aber sicher nicht als eine Dauerlösung.

Macwelt: Ist es denn notwendig, einen teuren ergonomischen Bürostuhl zu benutzen?

Es ist notwendig, einen ergonomischen Bürostuhl zu benutzen. Das auf jeden Fall. Einen Bürostuhl, der verschiedene Sitzpositionen unterstütz und der auch dynamisches Sitzen unterstützt. Aber er muss jetzt nicht teuer sein.

Macwelt: Es sollte aber kein Küchenstuhl sein.

Aber nein. Ein starrer Stuhl, wie es ihn vielleicht höchstens noch bei einigen Behörden gibt, so ein richtig massiver und starrer Beamtenstuhl, ist sicher nicht das Richtige. Er sollte dynamisches Sitzen ermöglichen und gut an die jeweilige Person und ihre Körpergröße und Besonderheiten anpassbar sein. Und das bekomme ich mit einem starren Stuhl nicht hin.

Macwelt: Man sollte auch allgemein die richtigen Größenmaße und Winkel beachten?

Ja, das Verhältnis Tisch zu Stuhl, dass die Größenverhältnisse richtig sind. Auch ein höhenverstellbarer Bildschirm ist sinnvoll.

Macwelt: Lautstärke ist vielleicht noch ein Problem?

Das war eigentlich früher ein Problem. Mittlerweile gibt es genug Angebote für leise Computer und man muss nur bei der Auswahl seines PCs darauf achten.

Macwelt: Fällt Ihnen ein bestimmter ergonomischer Fehler ein, den viele Anwender begehen?

Die meisten Fehler findet man in der Aufstellung der Geräte. In den Büros oder auch zu Hause. Zusätzlich auch, was den Tisch angeht und die Position zum Licht und zum Fenster. Das sind eigentlich die häufigsten Fehler. Diese Dinge sind ja inzwischen alle recht gut erforscht und es liegt eigentlich nur noch an der konsequenten und systematischen Umsetzung dieser Erkenntnisse. Man sollte sich vor allem nicht verleiten lassen, mit den falschen Geräten zu arbeiten, etwa nur mit einem Notebook. Es ist sicher für manche verlockend, zu sagen: Ich habe ein Gerät und das nehme ich überall hin mit, aber damit tut man sich eben keinen Gefallen. Vielleicht noch ein, wenn auch etwas extremes, Beispiel aus einem anderen Bereich der Arbeitsmedizin. Es ist wie bei einem Arbeitnehmer, der in seiner Arbeit ständig schwere Lasten hebt und als junger Mensch stolz darauf ist, dass ihm das nichts ausmacht. Aber mit dreißig, fünfunddreißig merkt er dann, dass sein gesamter Stütz- und Bewegungsapparat kaputt ist. Und dann ist es eben zu spät.

Macwelt: Man kann ja auch davon ausgehen, dass die meisten Menschen die nächsten 20 oder 30 Jahre vor einem Bildschirm sitzen werden?

Ja eben, heutzutage gibt es kaum noch jemanden der nicht am Computerbildschirm arbeitet. Da ist es schon sinnvoll, dass man sich ein wenig damit befasst wie man seine Arbeitsmittel richtig einrichtet.

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