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Mehr Medienkompetenz und Datenschutzsiegel

24.02.2009 | 11:15 Uhr |

Die FDP-Abgeordnete Gisela Piltz gibt zu bedenken, dass viele Anbieter im Ausland ansässig seien. Für diese entfalte "eine Änderung deutscher datenschutzrechtlicher Bestimmungen ohnehin keine Wirkung". Piltz plädiert dafür, den deutschen Netzwerken eine "erweiterte Informationspflicht" aufzuerlegen. Wie ein Unternehmen mit den Daten seiner Kunden umgeht, sollte noch vor der Anmeldung in einem "ausdrücklichen Hinweis" zu erfahren sein.

Mehr Medienkompetenz und Datenschutzsiegel

"Wir machen die Beobachtung, dass gerade junge Menschen immer mehr sehr sensible Inhalte ins Netz stellen", sagt Datenschutzexperte Kai Kuhlmann vom Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom). Seiner Ansicht nach müssen Bestimmungen geschaffen werden, mit denen Kinder und Jugendliche schon in der Schule "mit mehr Medienkompetenz ausgestattet" werden. Das fordern auch die Grünen in ihrem Antrag.

Allerdings hält Kuhlmann die Diskussion über eine ausdrückliche Zustimmung zur Weitergabe von persönlichen Daten für "überbewertet", denn meist würden Daten an Werbekunden gar nicht erst ausgegeben. Die Betreiber von sozialen Netzwerken erhielten von ihren Kunden auf bestimmte Zielgruppen zugeschnittene Werbung, die sie dann selbst bei den entsprechenden Mitgliedern platzierten.

"Ein einheitliches Siegel für Datenschutz" wie es die Grünen fordern, ist Kuhlmann zufolge dennoch "sicher sinnvoll". 17 internationale Netzwerke haben bereits auf europäischer Ebene eine Selbstverpflichtung für einen besseren Datenschutz unterschrieben, darunter auch die deutschen Betreiber von StudiVZ. Facebook gehört auch zu den Unterzeichnern. Die Daten ihrer abgemeldeten Nutzer wollte es aber dennoch gespeichert behalten.

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