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Mehr als Web 2.0

04.09.2006 | 17:27 Uhr |

Mehr als Web 2.0

„Web 2.0 ist eigentlich gar nicht der richtige Ausdruck. Wir arbeiten schon an Web 3.0." Professor Dr. Hans Uszkoreit ist der wissenschaftliche Kopf hinter dk - und sieht mit Vollbart und wachen Augen hinter seiner Brille aus, wie ein deutscher Professor eben aussieht. Er fällt auf unter den jüngeren oder so genannten jung gebliebenen Haupt- und Ehrenamtlern des Projekts. "Wikipedia ist ein klassisches Beispiel für Web 2.0: Man sammelt Konzepte und Definitionen, enzyklopädisches Wissen - und stellt es den Menschen im Internet zur Verfügung. Wir gehen weiter, wir wollen Wissen entstehen lassen." Dazu sammelt dk auf dem Bebelplatz Meinungen, Erfahrungen und Einschätzungen zu den Problemen der Welt. Aus dem anschließenden Dialog online im Netz werde dk mit "künstlicher Intelligenz" dann herausfinden können, welche der 112 Meinungen die jeweilige Frage am treffendsten beantwortet. Wenngleich bei 112 Meinungen auch Fragen offen bleiben können - auch das ist dann ein Erkenntnisgewinn. Wer unterschiedliche Perspektiven kennt und in Problemlösungen berücksichtigt, ist einen Schritt voraus. Nicht alles ist 42.

Web 2.0 ist Taxonomie, Verschlagwortung, hierarchische Strukturen - Wikipedia. Web 3.0, so sagt Professor Uszkoreit, das ist Ontologie, das semantische Web , das Erkennen von Vernetzungen. Uszkoreit ist wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Forschingszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Saarbrücken und hat mit seinen Kollegen die Software programmiert, die die Fragen kategorisiert hat und mit den 11.200 Meinungen dazu Antworten finden will. "Zunächst werden wir die Beiträge der 112 Teilnehmer transkribieren, dann übersetzen und zuletzt daraus eine Ontologie sozialer Probleme erstellen." Maschinen erkennen die Zusammenhänge, in diesem Fall ein Linux-Cluster von 64 Prozessoren mit RAID 5.

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