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Microsoft plant Xbox 2 für 2005

03.07.2004 | 10:00 Uhr | Peter Müller,

Microsoft plant Xbox 2 für 2005

Internes Dokument verrät Details von "Xenon"

Unter dem Codenamen "Xenon" bereitet Microsoft die Produktion der zweiten Xbox-Konsole vor. Ein internes Dokument der Xbox Advanced Technology Group gibt Auskunft über den derzeitigen Stand der geplanten Hardware.

von Dirk Steiger

Bereits im ersten Absatz der Ausführungen weist der Autor, Pete Isensee, Lead Developer der Xbox ATG, auf den Starttermin des Projekts "Xenon" hin. Demnach soll die Videospielkonsole bereits kommendes Jahr in den Handel kommen, noch vor der Konkurrenz aus dem Hause Sony.

In erster Linie hat sich Microsoft darauf konzentriert, die Flaschenhälse der heutigen Xbox zu eliminieren, hauptsächlich den maximalen Datendurchsatz in den Bereichen Speicher und Prozessor. In Xenon verrichtet ein Power-PC-Hauptprozessor mit mindestens 3,5 GHz zusammen mit einem ATI-Grafikchip (mindestens 500 MHz Taktfrequenz) seinen Dienst. Derzeit sieht Microsoft 256 MB "Unified Memory" vor - eine Speicherart, bei der sich Prozessor und Grafikchip den verfügbaren Arbeitsspeicher je nach Bedarf teilen. Allerdings sind die genannten 256 MB die absolute Untergrenze - wenn die Spieleentwickler mit dieser Vorgabe nicht auskommen, will Microsoft diese Spezifikation kurzfristig nach oben korrigieren.

IBM fertigt eine spezielle Variante eines PPC-Prozessor für Microsoft, der insgesamt drei CPU-Kerne enthält. Jeder dieser Kerne kann zwei Threads parallel bearbeiten, womit maximal sechs Threads gleichzeitig durch das System jagen. Insgesamt kommt die Xenon-CPU laut Spezifikation auf 21 Milliarden Befehle pro Sekunde. Jedem CPU-Kern stehen jeweils 32 KB Level-1-Instruction- sowie Level-1-Data-Cache zur Seite. Alle drei Kerne teilen sich zusätzlich einen 1-MB-Level-2-Zwischenspeicher.

ATIs Beitrag zu "Xenon" besteht aus einem modifizierten Radeon-Grafikchip, der den Programmierern 48 Arithmetic Logical Units (ALU) zur Seite stellt. Laut Microsoft bringt die GPU (Graphic Processing Unit) mehr als 4 Gigapixel Fillrate, bei den Polygonen pro Sekunde ist derzeit 500 Millionen die Obergrenze. Als Grafikschnittstelle setzt Microsoft auf eine Untermenge von Direct3D 9.0, inklusive verbesserter Mechanismen zur Texturkompression. Für zukünftige Fernsehstandards ist Xenon ebenfalls bestens gerüstet, von Haus aus ist die Auflösung der Konsole auf HDTV ausgelegt. Ein automatischer "Resize Filter" passt das Bildsignal des Spiels auf die Möglichkeiten des angeschlossenen Bildgerätes an. Sogar einen VGA-Ausgang für PC-Monitore möchte Microsoft der Konsole spendieren.

Als Speichermedium sind derzeit drei verschiedene Arten vorgesehen: Über den eingebauten Ethernet-Anschluß (100 Mbit/s, Fast Ethernet) soll der Anwender etwaige Downloads oder Spielstände beim kostenpflichtigen Online-Dienst "Xbox Live" oder aber auf einem im lokalen Netz verfügbaren Windows-PC ablegen können. Alternativ dazu versteht sich Xenon mit USB-2.0-Massenspeichern oder speziellen 64-MB-Memory-Cards, die in die neuen Controller wandern. Noch steht die Entscheidung über eine eingebaute Festplatte wie in der ersten Xbox noch aus. Sollten sich die Designer von Microsoft gegen den magnetischen Speicher entscheiden, besteht zumindest die Aussicht auf ein nachträgliches Aufrüst-Kit.

Optisch spielen die Entwickler in Redmond bereits einige Gehäuseformen für Xenon durch. Auf jeden Fall soll "Xenon" deutlich kleiner ausfallen als der Vorgänger. Beim Controller möchte Microsoft auf dem erfolgreichen "Small"-Format aufbauen. Zwei neue Schulterknöpfe kommen hinzu, dafür entfallen die kleinen schwarz/weiß-gefärbten Mini-Buttons. Aus der Spezifikation geht nicht hervor, ob die neuen Schulterknöpfe im Falle einer Abwärtskompatibilität von Xenon zur Xbox die Funktion der wegrationalisierten Bedienelemente übernehmen. Zu diesem Thema äußert sich der Autor abschließend nur vage: Im Moment ist eine Abwärtskompatibilität zur Xbox wohl nicht geplant, theoretisch hätte die Xenon-Architektur aber die Kraft, das gegenwärtige System zu emulieren. Damit es diese Emulation in die Verkaufsversion von Xenon schafft sind allerdings noch intensive Softwareentwicklung und Tests notwendig.

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