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Microsoft will Yahoo übernehmen

23.12.2008 | 08:23 Uhr |

Microsoft will Yahoo übernehmen

Am 31. Januar unterbreitet der Softwareriese Microsoft erstmals dem Internetunternehmen Yahoo ein Übernahmeangebot. Im Februar eskaliert die Übernahmeschlacht erstmals, bis Jahresende kommt das Thema aber nicht vom Tisch. Das erste Angebot über 44,6 Milliarden US-Dollar (ca. 30 Milliarden Euro) oder 31 US-Dollar pro Aktie liegt rund 60 Prozent über dem Börsenwert des Unternehmens, der Verwaltungsrat lehnt es als zu gering ab. Mit der Übernahme von Yahoo will Microsoft die Übermacht Google bei der Internetsuche und der Vermarktung von Werbung im Netz brechen.

Um sich gegen die Akquise zu rüsten, prüft Yahoo auch Kooperationen mit anderen Internetfirmen wie AOL oder dem Medienriesen Time Warner. Auch der Medienmogul Rupert Murdoch, dessen News Corp. unter anderem die erfolgreiche Community-Site Myspace gehört, steigt ebenfalls in den Ring.

Yahoos Anteilseigner sind nicht alle mit der Zurückweisung des Angebots einverstanden. So versucht der Großaktionär Charles Icahn etwa, über die Aktionärsversammlung Anfang August, Verwaltungsräte seines Vertrauens zu installieren, um die Übernahme voranzutreiben.

Microsoft zieht sein Angebot schließlich zurück, bemüht sich aber im Laufe des Jahres weiter um Yahoo, dessen Zusammenarbeit mit Google an den Bedenken des Kartellamtes scheitert. Zuletzt war davon die Rede, dass Microsoft nur mehr die Suchmaschine Yahoos übernehmen wolle, beide Unternehmen dementieren jedoch umgehend. Yahoos Börsenwert verfällt im Zuge der Wirtschaftskrise rapide, gegen Ende des Jahres dümpelt die Aktie bei Werten um zehn US-Dollar herum. Dem Gründer Jerry Yang kostet dies Mitte November seinen Job als CEO. Yang verbleibt zwar im Aufsichtsrat und nimmt wieder den Titel eines "Chief Yahoo" an, hat im Unternehmen aber nichts mehr zu sagen.

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