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Millionengehälter: Tim Cook deutlich hinter Musk auf Platz 2

13.07.2020 | 11:42 Uhr | Thomas Hartmann

Bloomberg hat sich die Gehälter von Tech-CEOs angesehen und mit denen aus dem Bank-Business verglichen. Die Wall Street hat klar das ”Nachsehen”.

Zwar gelten vor allem Banker der Wall Street als teils skrupellose Großverdiener, in Wahrheit aber sind es die Chefs der Technologie-Firmen wie Tesla oder Apple, die inklusive ihrer Aktienoptionen und -zuwendungen mit Abstand am meisten einnehmen. So schafft es Elon Musk bei Tesla im Jahr 2019 auf dem Bloomberg-Gehaltsindex ( Bloomberg Pay Index )  deutlich auf Platz eins – er soll insgesamt knapp 600 Millionen US-Dollar auf seinem Gehaltskonto verzeichnen, die er einer Vereinbarung zu verdanken hat, Tesla zu einer der wertvollsten Unternehmen der Welt zu machen. Dabei handelt es sich aber nicht um ein reguläres Grundeinkommen, sondern um wertvolle Aktienoptionen. Die entsprechend auch schwanken können, nach oben wie nach unten.

Gefolgt ist Musk, der auch für sein Raumfahrtprogramm SpaceX bekannt ist, vom Apple-CEO Tim Cook, der den Konzern in Cupertino seit 2011 leitet. Damals erhielt er Aktienzuteilungen, die im Wert nun steil nach oben gegangen sind. Sein Grundgehalt soll bei 3 US-Millionen Dollar pro Jahr liegen, dazu kommen erfolgsabhängige Leistungsprämien in Höhe von über 7 Millionen US-Dollar – der Aktienwert mit über 122 Millionen US-Dollar macht aber den entscheidenden Batzen bei insgesamt fast 134 Millionen US-Dollar Jahresgehalt aus. Doch selbst damit ist der Abstand zu Musk beträchtlich.

Es folgt Tom Rutledge, Chef von Charter Communications als US-amerikanischer Betreiber von Kabelnetzen mit digitalem und interaktivem Fernsehen, Video-on-Demand-, Internet- und Telefondiensten. Er bringt es beim Grundgehalt von 2 Millionen US-Dollar im Jahr und den anderen ”Zulagen” inklusive Aktienoptionen insgesamt auf fast 117 Millionen US-Dollar.

Wie stark das digitale Business und die Bezahlung ihrer Leader in den USA insgesamt ist, verstärkt noch durch die Umbrüche in Corona-Zeiten zugunsten Technologie-Firmen, zeigt die weitere Liste etwa mit Robert Swan, Chef von Intel auf Platz sieben, gefolgt von Sundar Pichai (Alphabet/Google) und Satya Nadella von Microsoft, der mit einem Grundgehalt von 2,3 Millionen US-Dollar pro Jahr und Gesamteinkünften von über 77 Millionen US-Dollar für 2019 ebenfalls nicht klagen kann.

Die viel kritisierten Banker dagegen landen mit ”nur” 55,2 Millionen US-Dollar, die der CEO von Wells Fargo Charlie Scharf in 2019 erhält, schon auf den weiteren Plätzen.

Gerechtfertigt werden die astronomisch hoch erscheinenden Gehälter von den Unternehmen mit dem Marktwert ihrer Companies – sodass Unternehmenserfolg den persönlichen Erfolg in Form eines hohen Einkommens generiert. Außerdem sind Aktienoptionen keine festen Gehälter, sondern im Grunde Wetten auf die Zukunft, die man als Chef eines solchen Unternehmens auch nicht jederzeit einfach zu Cash machen kann, ohne möglicherweise den Aktienmarkt und die Börsen inklusive des Aktienkurses des Unternehmens zu beeinträchtigen. Dennoch dürfte sich das für die meisten Chefs insbesondere der Tech-Unternehmen mehr als auszahlen. Tim Cook hat immerhin gesagt, dass er einen Großteil seines Geldes für wohltätige Zwecke spenden will.

Wenn man bei der Gelegenheit fragt, wo die Frauen bleiben – auch hier sind es die Chefinnen von technologischen Unternehmen wie Lisa Su von Advanced Micro Devices (AMD), die mit einem Grundgehalt von 1 Million US-Dollar und weiteren Optionen, die sich insgesamt auf knapp 56 Millionen US-Dollar belaufen, auf Platz 19 landet. Andere wie Safra Catz (CEO von Oracle) oder Sheryl Sandberg, COO bei Facebook, finden sich weiter abgeschlagen – aber immer noch in den Top 100 von Bloombergs Gehaltsliste für 2019.

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