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Mit E-Scootern übersäter Rhein soll mit Hightech-Drohnen gesäubert werden

23.06.2021 | 11:45 Uhr | René Resch

Alleine im Bereich der Hohenzollernbrücke in Köln liegen wohl rund 500 E-Scooter am Grund des Rheins. Nach der zuletzt negativen Berichterstattung scheinen die Verleihfirmen nun Verantwortung übernehmen zu wollen und Planen erste Aktionen zur Säuberung des Flusses mit Hightech-Drohnen und Tauchern.

Update vom 23. Juni 2021: Nach der negativen Berichterstattung sowie Kritik von Umweltschützern und der Politik gegenüber Anbietern von E-Scootern und deren unzureichenden Verantwortung für Scooter die im Rhein verrotten, wollen sich die Verleihfirmen nun über den Verband "Shared Mobility" um eine Entfernung der Scooter kümmern.

Der Verband wurde dabei bereits Mitte Januar, von den Scooter-Verleihern Bird, Dott, Lime, Tier, Spin und Voi sowie die Carsharing-Anbietern Miles, Share Now und Weshare gegründet. Der Verband soll nun die Verantwortung und die Bergung übernehmen - die erste Aktion soll dabei schon ab dem 28. Juni 2021 starten.

Die Bergung der Scooter soll dabei von einer Truppe aus Unterwasser-Roboter und -Drohnen übernommen werden. Gegenüber "t3n" bestätige Florian Anders, PR-Chef von Tier Mobility, dass der Rhein zuerst mit Drohnen per Sonar gescannt werden soll, um die Positionen der Scooter zu lokalisieren. Im Anschluss soll eine spezielle Drohne mit Greifarm die Roller aus dem Wasser ziehen. Für Scooter, die nicht per Drohne geborgen werden können, kommen Taucher mit Spezialgeräten zum Einsatz.

Wie lange die Bergungsaktion dabei letztendlich dauern werde, konnte noch nicht gesagt werden.

News vom 16. Juni 2021 - Köln: Grund des Rheins mit E-Scootern übersät: Im Kölner Rhein liegen wohl mehr als 500 E-Scooter am Grund des Flusses die durch Randalierer hineingeworfen wurden. Diese wurden von Tauchern ausgemacht - natürlich besteht hier auch eine Gefahr für die Umwelt, denn Chemikalien könnten aus den Akkus auslaufen und das Gewässer verunreinigen. Das berichtete der WDR.

Grund des Rheins übersät mit E-Scootern

Die Anbieter selbst haben es schwer, etwas dagegen zu tun. So wurden nun Taucher beauftragt, einige der Elektroroller zu bergen. Der Auftrag kam dabei von einem der größten Anbieter an Leih-Scootern. Laut GPS-Daten liegen rund 500 Scooter im Bereich der Hohenzollernbrücke in der Kölner Innenstadt. Nach Taucher-Aussagen ist der Grund des Rheins dabei regelrecht übersät mit den Rollern.

Anbietern ist eine Bergung meist zu teuer

Weiterhin gaben die Taucher an: „Wir stellen fest, dass einige dieser Roller eine klebrige Masse absondern. Offenbar werden bei den Fahrzeugen im Rhein die Akku-Ummantelungen undicht und dann treten Chemikalien aus den Akkus aus.“ Das Taucherunternehmen addierte die Kosten für eine Bergung im Bereich der Brücke und gab die Summe an das Scooter-Unternehmen weiter - Nachdem der Kostenvoranschlag weitergegeben wurde habe das Unternehmen abgewunken.

„Im Ergebnis sagte der zuständige Mann, bei den Kosten lohne es nicht, die Scooter aus dem Rhein zu holen. Die sollen bleiben, wo sie sind“ .

Umweltschützer schlagen Alarm

Der Wasserexperte vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland in NRW, Paul Kröfges, hält das Verhalten des Scooter-Verleihers für einen Skandal: „Da liegen allein in Köln Hunderte dieser Fahrzeuge im Rhein, giftige und gefährliche Stoffe werden frei und die Eigentümer wollen ihren Schrott im Rhein lassen. Das dürfen die zuständigen Umweltbehörden nicht hinnehmen. Der Rhein ist Trinkwasser-Lieferant für etwa 30 Millionen Menschen in Europa“. Kröfges fordert, dass Verleiher sofort mit der Bergung der Scooter beginnen müssen.

Einige Anbieter versuchen dabei das Problem kleinzureden. Etwa das Unternehmen Tier schrieb in einer Stellungnahme: dass es „nur sehr selten vorkommt, dass einer unserer Scooter in den Rhein oder andere Gewässer geworfen wird und wir ihn eben nicht direkt bergen können“. Auf die Frage, wie viele Scooter den im Rhein liegen gaben Tier sowie vier weitere befragte Unternehmen keine Angaben gegenüber dem WDR an.

Auch eine unmittelbare Gefahr für das Wasser bestehe laut der Anbieter wie VOI oder Tier nicht. Tier räumt allerdings ein, dass Korrosion das Metall zersetzen könne, wenn die E-Scooter lange im Wasser liegen. „Deswegen versuchen wir immer, jeden Scooter zeitnah zu bergen“, so Tier.

Aufgrund der großen Kritik an den Verleihern werden jetzt allerdings schnelle Bergungen in Angriff genommen. So hat etwa der Verleiher Bird angekündigt, rasch eine Fachfirma mit der Bergung zu beauftragen. Anbieter wie VOI und Bird haben für die eigenen Fahrzeuge zudem Parkverbote am Rheinufer sowie auf Brücken verhängt.

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