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Mit Final Cut Studio 2 in die dritte Dimension

21.04.2007 | 09:00 Uhr

Mit Final Cut Studio 2 in die dritte Dimension

Final Cut Pro 6, Motion 3 mit 3D, Soundtrack Pro 2, IO-HD

Die Herzen der Video-Profis schlagen schneller: Apple hat wie erwartet auf der Fachmesse NAB ein großes Update fĂŒr Final Cut vorgestellt. Erstmals tritt neben die Video-Suite auch eine Server-Version, Final Cut Server ist die erste Media-Asset-Management-Lösung von Apple fĂŒr die Video-Branche, zu der auch Windows-Rechner Kontakt aufnehmen können.

Von Ole Meiners (15.04.2007)

Final Cut Studio veröffentlicht Apple jetzt in Version 2 und aktualisiert die Programme Final Cut Pro, Motion, Soundtrack Pro und Compressor um einen ZÀhler. Und um die HD-Videobearbeitung mobil zu machen, gibt es IO-HD. Dieses Storage-System codiert eigenstÀndig Videomaterial in Apples neuem Codec ProRes 422.

IO-HD

Auch wer auf neue Hardware gehofft hatte, wurde von Apples Special Event nicht enttĂ€uscht: IO-HD dient dank eigener Prozessoren in erster Linie dazu, unabhĂ€ngig von anderen Computern eigenstĂ€ndig Videomaterial zu kodieren - und zwar im neuen ProRes-422-Codec. 3495 US-Dollar kostet der elegante Klotz, der an der Vorderseite mit blinkenden Lichtern die SystemaktivitĂ€t anzeigt, die die angeschlossenen Video- und Audioquellen an der RĂŒckseite verursachen. Auf das kodierte Material kann per FireWire 800 dann zur Weiterbearbeitung ein aktuelles Macbook Pro oder ein anderer PC zugreifen. Obwohl Apple das GerĂ€t wĂ€hrend des Special Event vorgestellt hat, liegen uns noch keine nĂ€heren Informationen vom Hersteller vor.

Final Cut Studio 2: Das Update erschließt neue RĂ€ume und Formate

Mix it, baby. Die bedeutendste Neuerung in Final Cut Pro , das jetzt in Version 6 erscheinen wird, ist die "Open Format Timeline". Egal, welchen Typs das zu bearbeitende Material ist - von MPEG4 bis HD frisst die Open Format Timeline alles, egal, welche Framerates oder Auflösungen das Quellmaterial hat - ohne Zwischenkodierung kann der Cutter das gesamte Material bearbeiten. Dazu gesellt sich der neue Video-Codec ProRes 422 fĂŒr die Post-Produktion (10 bit, 4:2:2): Verlustfrei kann Videomaterial auf ein Sechstel der UrsprungsgrĂ¶ĂŸe verkleinert werden. Kamerahersteller wie Panasonic, Sony und RED unterstĂŒtzen diesen neuen Standard mit aktuellen Produkten bereits.

Neu dabei: Color

In Final Cut Studio 2 zieht ein neues Programm ein: Color ist ein logisch strukturiertes Tool fĂŒr die Gammakorrektur, die Bearbeitung von Lift und Weiß-Standard und der drei FarbkanĂ€le samt Luminanz. Einzelne Regionen eines Bildes können mit Masken und selbstdefinierten Vignetten isoliert werden. Auch hier sind 3D-Korrekturen möglich, die der Anwender von Final Cut Pro 6 an das Tool ĂŒbergibt.

Mit drin im Paket: Soundtrack Pro 2, Motion 3 und Compressor 3

Das Animationstool Motion 3 erschließt die dritte Dimension, Titeldesigner können jetzt echte 3D-Effekte erstellen. Neue Kamera-Effekte ergĂ€nzen rĂ€umliche Tiefe und Realismus per Drag&Drop. Vektorbasierte Zeichentools ermöglichen es, Pinsel mit Farbe, Partikel, Video oder Bilder zu belegen. Apples US-Webseite zeigt die Neuerungen bereits im Video . Soundtrack Pro 2 erfĂ€hrt neue UnterstĂŒtzung fĂŒr Surround-Sound und ein Feature fĂŒr die Tonbearbeitung, um Störungen auf einfachem Wege zu eliminieren: Ist die Tonspur als Frequenzspektrum visualisiert, können wie bei einer Bildbearbeitung störende kleine Artefakte einfach herausgeschnitten werden. Compressor 3 tut das, was die Versionsnummer verspricht - dreimal so schnell komprimieren wie die VorgĂ€ngerversion. Das Stapelverarbeitungstool beherrscht nun animierte Wasserzeichen, das Interface ist komplett ĂŒberarbeitet und das Programm erweitert die Möglichkeiten bei H.264 und MPEG2. Final Cut Studio 2 mit allen Komponenten - dazu gehört auch DVD Studio 4.2 - wird wie die bisherige Version 1299 Euro kosten und im kommenden Monat erhĂ€ltlich sein. Upgrades von frĂŒheren Versionen kosten den Informationen nach 699 Euro, von der letzten Final Cut Studio-Version 499 Euro.

Einer fĂŒr alle: Final Cut Server

Ganz neu im Portfolio ist Apples neuer Media-Asset-Manager Final Cut Server , der in Arbeitsgruppen das gemeinsame Bearbeiten und Beurteilen von Videomaterial verbessern soll - im Netzwerk, auch an Windows-PCs und ĂŒber das Internet. So sollen alle am Entwicklungsprozess Beteiligten besser in den Workflow eingebunden werden - vom Cutter ĂŒber den Redakteur zum Producer bis hin zur Infografik. Als Referenzkunden und Beta-Tester konnte Apple die lokale CBS-Station in Los Angeles gewinnen. Final Cut Server soll im Sommer auch fĂŒr andere Kunden zu bekommen sein, den genauen Zeitpunkt nennt Apple noch nicht, wohl aber Preise: Die 10-Platz-Lizenz kostet 999 Euro, fĂŒr eine unbeschrĂ€nkte Anzahl von Clients kostet Final Cut Server doppelt so viel.

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