2587938

Mitarbeiter-Petition: Apple soll für Palästinenser Stellung beziehen

21.05.2021 | 09:28 Uhr | Peter Müller

Die Mitarbeitervereinigung Apple Muslim Association fordert von CEO Tim Cook, sich auf dünnes Eis zu begeben.

Rund 1000 Apple-Mitarbeiter der Apple Muslim Association, einer offiziellen Vereinigung bei Apple, haben laut "The Verge" einen offenen Brief an Tim Cook unterschrieben, die den CEO des Unternehmens dazu auffordert, im Nahostkonflikt einseitig Stellung zu beziehen. Der Chef solle die Gewalt gegen Palästinenser verurteilen und konzedieren, dass Millionen von Palästinensern unter einer "illegalen Besatzung" leide, so wie es die Vereinten Nationen einordneten. Apple solle sich nicht in Allgemeinplätzen verlieren, die Gewalt "auf beiden Seiten" beklage.

Von einer Verurteilung der von der Hamas, die nicht nur für Israel als terroristische Organisation gilt, auf die Zivilbevölkerung abgefeuerten Raketen, steht in der Petition nur wenig. Die Autoren lehnen zwar "terroristische Gewalt" ab, nennen die radikale Organisation aber nicht beim Namen, unter denen vor allem die Bevölkerung Gazas leidet.

Stattdessen sehen sich die Urheber der Petition Diskriminierung und Verachtung ausgesetzt, wenn sie für die Rechte der Bevölkerung von Gaza und der Westbank einträten. Apple, das sonst für Menschenrechte eintrete, sei Palästina offenbar egal und erkenne das "übermäßige Leid" des Volkes nicht an. Ein impliziter Vorwurf der Einseitigkeit: Von Tim Cooks deutlicher Kritik an Trumps Einreiseverbot für Menschen aus bestimmten muslimischen Ländern steht in dem Brief nichts – als ob Apple nie für Muslime eintreten würde

Immerhin betonen die Autoren, dass ihre Aufforderung zur Stellungnahme Apples nicht gegen die Rechte ihrer "jüdischen Brüder und Schwestern" gerichtet sei. Die Kritik an Israel will also nicht als antisemitische Äußerung verstanden werden. Eine Reaktion Cooks auf die Petition steht noch aus. Immerhin ruhen seit heute Nacht die Waffen, eine Lösung des jahrzehntealten Konflikts ist damit aber kaum näher gerückt.

Unsere Meinung: Apple wird aller Voraussicht nicht auf die im Brief erhobenen Forderungen eingehen, der Nahostkonflikt ist viel zu dünnes Eis. Vor allem würde sich Tim Cook mit einer einseitigen Positionierung unglaubwürdig machen, angesichts des beredten Schweigens des Unternehmens zu Menschenrechten in China oder dem Erfüllen der Wünsche des Kremls hinsichtlich der Grenzziehung auf der Krim.

Macwelt Marktplatz

2587938