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Mobilfunk mit Mikrowellen

17.05.2007 | 09:00 Uhr |

Mobilfunk mit Mikrowellen

Mit was für einer Strahlung hat man es bei Handys eigentlich zu tun? In den deutschen GSM-Netzen (Global Systems for Mobile Communications) arbeiten die Mobilfunkprovider mit Mikrowellen von 900 MHz (D-Netze) und 1.800 MHz (E-Netze). Im UMTS-Netz verwendet man Strahlen im Frequenzbereich zwischen 1.900 und 2.170 MHz. Auch schnurlose DECT-Telefone arbeiten mit Mikrowellen, die Frequenz liegt hier bei rund 1.900 MHz, die Sendeleistung ist hier im Vergleich zum Handy jedoch deutlich schwächer.

Wirken die Strahlen auf einen Menschen ein, der mit seinem Handy telefoniert, können sie Wassermoleküle zum Schwingen bringen und Wärme erzeugen. Das Prinzip nutzen wir bei der Mikrowelle, um Getränke oder Essen zu erhitzen. Telefoniert man längere Zeit, erwärmt sich die Haut direkt unter dem Handy tatsächlich um drei bis fünf Grad. Die meisten haben diese Erwärmung schon einmal gespürt, wenn sie über längere Zeit mobil telefoniert haben. Mit elektromagnetischer Strahlung hat diese Erwärmung jedoch nur teilweise zu tun.

Studien haben gezeigt, dass der Großteil der Erwärmung schlicht darauf zurückgeht, dass die Haut vom Handy verdeckt wird und keine Wärme mehr abgeben kann. Zudem erwärmt sich der Akku während des Telefonierens. Die elektromagnetische Strahlung selber verursacht nach Informationen des Bundesamtes für Strahlenschutz weniger als ein Grad Wärme. Negative gesundheitliche Folgen der Erwärmung, die mitunter als "Wollmützeneffekt" bezeichnet wird, sind nicht bekannt. Die Auswirkung auf das Körperinnere ist zudem minimal, innere Organe erwärmen sich durch eine solche Strahlung um weniger als 0,1 Grad.

Wie viel Energie der Strahlung ein Mensch aufnimmt, misst man mit Hilfe der spezifischen Absorptionsrate (SAR). In Deutschland hat die Strahlenschutzkommission einen Grenzwert von 2 Watt/Kilogramm Körpermasse empfohlen. Die meisten derzeit erhältlichen Handymodelle besitzen einen SAR-Wert von weniger als 1 Watt/Kilogramm. Welchen SAR-Wert das eigene Handy besitzt, erfährt man aus der Bedienungsanleitung. Für gängige Handymodelle führt das Bundesamt für Strahlenschutz eine eigene Liste , die zuletzt im Dezember 2006 aktualisiert wurde. Die spezifische Absorptionsrate gibt allerdings nur einen Anhaltspunkt, wie hoch die Strahlenbelastung bei einem bestimmten Handymodell ist.

Abgesehen von einer vergleichsweise geringen Erwärmung haben die Mikrowellen der Handystrahlung keinen direkten Effekt auf den menschlichen Körper. In der Wissenschaft gilt es als unwahrscheinlich, dass die elektromagnetische Strahlung chemische Bindungen innerhalb von Molekülen aufspalten und so das menschliche Erbgut schädigen könnte. Die Energie, welche von der Handy-Strahlung ausgeht, ist dafür zu gering.

Die Studie der finnischen Forscherin Lahkola hatte dies, abgesehen von der statistischen Besonderheit, wie viele andere Forschungsprojekte bestätigt. Die Medien dagegen greifen naturgemäß gerne die Studien auf, die selbst in Teilergebnissen eine gesundheitliche Gefährdung durch Handys nahe legen.

Eine solche Gefährdung unterstellte beispielsweise eine schwedische Forschergruppe rund um Lennart Hardell in einer Studie aus dem Jahr 2005. Hardell stellte eine statistische Häufigkeit einer speziellen Art eines Hirntumors bei langjährigen Nutzern fest, die seit mehr als zehn Jahren Handys nutzten. Dieses Ergebnis ist aber bislang von anderen Forschern nicht bestätigt worden.

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