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Monterey und iOS 15: Besserer Tracking-Schutz für Apple-Nutzer

07.06.2021 | 21:58 Uhr | Stephan Wiesend

Die neuen Systeme bringen mehr Privatsphäre und bieten Anonymisierung, Anti-Tracking und eine Art VPN-Dienst

Für Apple ist der Schutz der Privatsphäre weiter ein wichtiges Verkaufsargument, auch mit iOS 15 und macOS Monterey gibt es hier zahlreiche Verbesserungen, vor allem für Mail und Safari.

Tracking-Schutz für Mail

Apple Mail erhält die neue Funktion Mail Privacy Protection , die das Ausforschen durch E-Mails verhindern soll. Spam-E-Mails enthalten oft eine sich automatisch nachladende Datei, über die ein Spammer Daten über den Mail-Empfänger abrufen kann. Die neue Funktion maskiert deshalb die IP-Adresse des Nutzers und verhindert die Anzeige von Zeit und Ort des E-Mail-Empfangs.

Verbesserte Tracking Prevention für Safari

Intelligent Tracking Prevention verhindert, dass Safari-Nutzer getrackt werden können, etwa durch Cookies. In der neuen verbesserten Safari-Version wird durch die Funktion auch die IP-Adresse vor Trackern verborgen, was eine Identifizierung noch weiter erschwert.

App Privacy Report

Die neue App App Privacy Report kann dem Nutzer einen Bericht über die Privatsphäre-Zugriffe von Apps anzeigen. Man sieht hier aufgelistet, wie oft eine App in der letzten Woche auf freigegebene Funktionen wie Ortung, Fotos, Kamera oder Kontakte zugegriffen hat. Ein Nutzer kann so ungewöhnliche App-Aktivitäten bemerken. Auch die Zugriffe einer App auf Dritt-Server werden hier aufgelistet.

Eine neue App listet die Zugriff einer App auf persönliche Daten auf.
Vergrößern Eine neue App listet die Zugriff einer App auf persönliche Daten auf.
© Apple

On Device Speech Recognition

Alle vom Nutzer gesprochenen Siri-Befehle bleiben jetzt als Standard auf dem Gerät. Auch Siri-Aktionen wie das Öffnen von Apps, Erstellen von Alarmen und Timern erfolgt komplett auf dem Gerät. Audiodateien werden dadurch nicht mehr auf Apple-Server hochgeladen, was viele Nutzer gestört hat. Das betrifft auch andere On-Device-Intelligence-Funktionen wie die neue OCR-Funktion für das Erkennen von Text in Fotos und Übersetzungen

iCloud+ bietet eine Art VPN-Dienst

Die kostenpflichtigen iCloud-Dienste mit 50, 200 und 2 TB Speichervolumen erhalten nun den neuen Namen iCloud+ und bieten gleich drei neue Privatsphärefunktionen. Ungewöhnlich ist die Funktion iCloud Private Relay , ein neuer Service für Safari-Nutzer. Beim Surfen mit diesem Browser wird das gesamte Surfvolumen über zwei Server von Apple umgeleitet – ähnlich wie bei einem VPN-Dienst (Ingress und Egress Proxy). Über den ersten Server (Ingress) erhält der Surfer eine anonyme IP-Adresse zugeteilt und die Internetverbindung wird verschlüsselt, der zweite Server (Egress) anonymisiert die Seitenaufrufe gegenüber dem ersten Server. Dies macht es auch für Apple unmöglich, die Seitenaurufe des Nutzer zu identifizieren.

iCloud Relay soll vor allem vor Tracking schützen
Vergrößern iCloud Relay soll vor allem vor Tracking schützen
© Apple

Laut erster Berichte von Apple wird allerdings die Region des Nutzers nur stark ausgeweitet und nicht geändert, man kann also nicht einen Standort in einem anderen Land vortäuschen – etwa um US-Fernsehen zu empfangen.

Über Mail kann man in den neuen Versionen "Wegwerfadressen" nutzen
Vergrößern Über Mail kann man in den neuen Versionen "Wegwerfadressen" nutzen
© Apple

Eine weitere iCloud-Funktion ist "E-Mail-Adresse verbergen". Statt seine eigene E-Mail-Adresse zu verwenden, kann man über diese Funktion beliebig viele neue iCloud-E-Mail-Adressen mit Zufallsnamen anlegen – etwa für die Anmeldung bei Webdiensten. Die Funktion ist in Safari, iCloud und Mail integriert und wird unter iOS 10 und macOS Monterey als Update für Mail verfügbar gemacht werden.

Auch Überwachungskameras mit Homekit-Unterstützung, HomeKit Secure Videos kann man mit iCloud + verwalten. Auf dem iCloud-Server können Aufnahmen verschlüsselt gespeichert werden, analysiert werden diese Videodaten aber auf den Apple-Geräten selbst. Die Anzahl der unterstützten Kameras hängt vom Plan ab: Mit 50-GB-Vertrag kann man nur eine Kamera, mit 200 GB bis zu fünf Kameras verwalten. Bei einem 2-TB-Vertrag gibt es keine Begrenzung der Kamera-Zahl.

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