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Müller vs. Meiners: Balgereien aus Frust und Gier

19.08.2005 | 13:03 Uhr |

Müller: Meiners, das wäre ja genial! Wir bekommen unseren Kini wieder und müssen uns nicht mehr mit den Jammerossis herumschlagen. Wobei, haben Sie mal näher auf die Landkarte gesehen? Dresden und Potsdam sind die einzigen Landeshauptstädte, die östlicher als München liegen. Ihre ehemalige Insel in der Zone natürlich auch. Man muss sich schon genauer fragen, was Edmund I. damit gemeint hat, dass nicht noch einmal der Osten den Ausgang einer Wahl bestimmen soll. Ganz Niederbayern bleibt also besser am 18. September daheim, dann hat die bayerische SPD endlich wieder Chancen auf 20 oder mehr Prozent. Und, was der Wolfratshauser wohl auch ganz anders sieht: Er ist so gesehen selbst einer der größten Jammerossis. Wir können nur froh sein, wenn der Wahlkampf endlich vorbei ist, ständig nur das Land schlecht zu reden, das man gerne regieren möchte, schadet nur der Binnenkonjunktur. Und wenn die anspringt, kommt die Bundesrepublik nicht trotz, sondern wegen der Agenda-Reformen zu neuer wirtschaftlicher Blüte, meint der Economist in seiner jüngsten Ausgabe. Also Meiners, jammern Sie nicht, das ist nämlich genau so ungeil wie Geiz.

Meiners: Damit macht der „Economist“ auf? Geben Sie her, Müller... Bundesadler lässt Bizeps spielen – was das das Bundespresseamt wohl gekostet hat!? Ja, Geiz scheint in Deutschland eine langsam aussterbende Krankheit zu sein. Während wir uns auf Vogelgerippe vorbereiten – quatsch, Vogelgerippe gab’s heute in der Kantine. Vogelgrippe. Deutschland bereitet sich auf die Vogelgrippe vor, der Geiz-Virus ist derweil nach Amiland gesprungen. Um genau zu sein nach Henrico County im doch sonst so beschaulichen Virginia. Fünftausend Bürger sollen dort Schlange gestanden haben, um eintausend vier Jahre alte iBooks zu je 50 US-Dollar zu ergattern? Welch ein Preis, wenn ich bedenke, dass ich letztes Jahr mein damals drei Jahre altes iBook 500 für 700 Euro bei eBay vertickt habe. Was machen denn jetzt die Viertausend, die kein iBook bekommen haben?

Müller: Meiners, die müssen sich einen anderen Schulbezirk suchen. Vielleicht Cobb-County in Georgia, ist ja nicht so weit weg. Obwohl, zum Geschäft mit den dortigen Schulen ist es gar nicht erst gekommen, weil ein beflissener Beamter „Wahlbetrug!“ geschrieen hat und gleich ein ordentliches Gericht anrief und keinen popeligen Untersuchungsausschuss. Das wär’ doch was für die nahe Zukunft, Meiners, wenn ich gemäß der Versprechungen der Merkel’schen Kompetenzler mich auf eine in zehn Minuten erledigte Steuererklärung einrichte und dann den Kirchhof verklage, weil’s mal wieder länger gedauert hat. Bei der für 2004 hat das Elster-Modul meine Steuernummer nicht akzeptiert, das Finanzamt FFB und der Hersteller der Software haben sich munter gegenseitig den schwarzen Gauweiler, nein, Peter, zugeschoben. Die „zehn Minuten“ sind schon sehr vorlaut. Aber ich bin mal gespannt, ob ich meinen 2006 oder 2007 zu erwerbenden Intel-Mac von der Kirchhofsteuer absetzen kann oder ob ich in Zukunft auch besser zur Resterampe pilgere. Szenen wie in Henrico County dürften immer seltener werden, von Mac zu PC steigt kaum noch jemand um, ganz im Gegenteil, der Zug rast in die andere Richtung. Und können Sie sich vorstellen, dass sich eine wild gewordene Masse um alte Dell Inspirons prügelt?

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