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Müller vs. Meiners: Weihnachtlich glänzet der Wald...

05.12.2005 | 14:41 Uhr | Peter Müller,

Meiners: Welche Schraube ist denn bei Ihnen locker, Kollege? Wenn mich nicht alles täuscht, dann liegt das WLAN-Kabel auf dem Eimer mit dem grünen Ambossfett im Verfügungsraum unserer IT-Abteilung gleich neben dem Böschungshobel für abgeknickte Prozessorbeinchen. Auf den Azoren ist mir nur das Hochdruckgebiet begegnet. So ein wenig Hochdruck täte aber auch Deutschland gut. Jedenfalls dem Telekommunikationsfachbetrieb rechts der Isar, an den ich mich auf Empfehlung des Herstellers vertrauensvoll nach dem unfreiwilligen Falltest meines Sony-Ericsson-Handys gewandt habe. Nach fünf Wochen konnte ich am Montag endlich die multifunktionale mobile Unterhaltungs- und Telekommunikationsendeinrichtung wieder in Empfang nehmen. Erst reparierte jene Firma bloß das Gehäuse, ohne die Kamera zu überprüfen. Dann warteten wir gemeinsam auf den Ersatz eines klitzekleinen Mikroschalters, der offenbar per Fischkutter von Japan nach Wladiwostok und von dort aus weiter per Transsibirischer Eisenbahn seinen Weg nach Europa fand und punktgenau in jener Stunde des vorletzten Freitags ankam, als ich in meinen Kurzurlaub aufgebrochen bin. Gut, kein Problem, ich kann warten. Als dann aber nach fünf Wochen zwei Schrauben am Gerät fehlten, musste ich kurz im Dreieck springen, um den Werkstattleiter nicht zu vierteilen. Willkommen in der Dienstleistungsgesellschaft.

Müller: Meiners, man merkt, Sie sind mehr ein Theoretiker als ein Praktiker. Wer je in seinem Leben gebastelt hat, kennt das: Kaum hat man ein Gerät fachmännisch zerlegt und wieder zusammengeschraubt, fallen einem die beiden seltsamen Schrauben auf, aber leider nicht mehr ein, wo sie eigentlich hingehört hätten. Solange das Teil läuft, ist das gar kein Problem und völlig normal bei hochkomplexer Technik. Stellen Sie sich vor, Microsoft hat derart gelassen auf Anwenderbeschwerden wegen abstürzender Xboxen360 reagiert, dass man davor nur Respekt haben kann. „Na gut, das kommt vor“, meinte eine Sprecherin des Unternehmens. Komplexe Technik, wie sie der Kunde fordert, ist immer störanfällig, kurz nach dem Produktlaunch. Auch nach Wartungen in der Werkstatt kann es zu Problemen kommen, wie ich letztens am eigenen Leib erfahren konnte. Meine Werkstatt hat ein Messgerät im Motor vergessen und immer, wenn ich den Scheibenwischer betätigte, setzte die Zündung aus. Dumm nur, dass es gerade wie in einer Schneekugel geschneit hat und sich der ADAC erst mal zu meinem Pannenfahrzeug durchkämpfen musste. Wann wird es endlich wieder Sommer?

Meiners: Sommer ist’s wenn’s regnet, Müller! Jedenfalls ist das in Südgeorgien der Fall, wo ich am Sonntag auf unserer Adventsreise aufschlage. Aber am Montag, da geht’s in die Karibik. Ob ich wohl Strand und Gras unter einen Hut bekomme...?

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