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Multigig will Prozessor-Taktung revolutionieren

08.05.2006 | 15:34 Uhr

Das Start-up-Unternehmen Multigig will mit einem neuen Konzept der Taktung massive Einsparungen bei der Leistungsaufnahme erzielen.

Multigig sitzt im kalifornischen Scotts Valley und wurde im Jahr 2000 von dem britischen Ingenieur John Wood gegr√ľndet. Es hat sich das Problem vorgenommen, dass die f√ľr die Taktung von Prozessoren verwendeten elektrischen Impulse auf einer "Einbahnstra√üe" flie√üen und zum Schluss quasi sinnlos verpuffen. Kenneth Pedrotti, Professor f√ľr Elektrotechnik an der University of California at Santa Cruz, sch√§tzt, dass die Taktung bei einigen Chips mehr als 50 Prozent der Leistungsaufnahme ausmacht.

Multigig hat nach Angaben von Chief Operating Officer Haris Basit stattdessen ein Design entworfen, bei dem die Taktimpulse durch quadratische Schleifen laufen ("RotaryWave"). Dabei werde ein Gro√üteil der Energie "recycelt", was bis zu 75 Prozent Strom sparen k√∂nnte, zitiert das "Wall Street Journal" die Firma. Ein typischer Chip w√ľrde dabei eine Anordnung von Timing-Loops verwenden, die einem Zeichenpapier √§hnelt. Die verschiedenen Schleifen synchronisieren ihre Pulse automatisch, was auch das Problem des "Skew" beikommen soll - dem leicht zeitversetzten Ankommen von Taktsignalen in einem herk√∂mmlichen Chip zu Lasten der Taktpr√§zision.

Multigig zufolge k√∂nnen seine selbst synchronisierenden Schleifen auch bei ungew√∂hnlich hohen Frequenzen effizient laufen. Pedrotti zufolge f√ľhrten in der Vergangenheit Versuche, dem Skew beizukommen, zumeist zu h√∂herer Leistungsaufnahme. Er und seine Studenten konnten in Simulationen die Behauptungen von Multigig, das die Forschung teilweise finanziert, bislang best√§tigen. Allerdings beginnt das Team gerade erst mit der Erprobung echter Halbleiter.

Multigig verhandelt derzeit mit Chipherstellern √ľber eine Lizenzierung seiner Technik, will aber auch eigene Produkte designen. Laut COO Basit k√∂nnte das Konzept auch bei der Synchronisierung der Frequenzen von Kommunikationschips helfen.

Gartner-Analyst Steve Ohr wertet den neuen Ansatz als "dramatisch". Allerdings k√∂nnten noch Jahre vergehen, bevor Hersteller die neue Technik in Produkte umm√ľnzten. "Intel wird deswegen nicht morgen den Pentium umbauen", sagte der Analyst. (Thomas Cloer/cvi)

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