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Nach Amokläufen: Cooks Kondolenz sei "geheuchelt"

05.08.2019 | 12:35 Uhr |

Am Wochenende erschütterten zwei weitere Amokläufe die Vereinigten Staaten von Amerika: Bei Schießereien in El Paso (Texas) und Dayton (Ohio) verlieren 29 Menschen ihr Leben, Dutzende werden verletzt. Via Twitter sprechen viele Prominente den Opfern und Hinterbliebenen ihr Beieid aus - darunter auch Tim Cook, dessen Motive von einigen Nutzern in Frage gestellt werden.

In El Paso, Texas, tötete am Samstagmorgen ein 21-Jähriger mit einem Sturmgewehr des Typus AK-47 20 Menschen in einem Supermarkt, nur wenige Stunden später erschoss ein Mann in Dayton, Ohio, neun Personen. Erst am Wochenende zuvor verloren drei Menschen in Gilroy, Kalifornien, ihr Leben, als ein 19-Jähriger auf einem Volksfest das Feuer eröffnete. Somit ereigneten sich in den USA innerhalb nur einer Woche drei Massenschießereien. Allein in diesem Jahr kam es dort zu 32 Vorfällen, die als "Massenschießereien" dokumentiert wurden. Die Zahl ist deutlich höher, rechnet man die Amokläufe ein, bei denen einzelne Todesfälle zu verzeichnen sind. In diesem Jahr verloren allein in den USA bereits 8734 Menschen ihr Leben durch Waffengewalt, wie die NZZ berichtet.

Trump verurteilt "hasserfüllte Tat"

"Die heutige Schießerei in El Paso, Texas, war nicht nur tragisch, sie war auch ein Akt der Feigheit", schrieb Trump via Twitter und verurteilte die "hasserfüllte Tat". "Es gibt keine Gründe oder Ausreden, die jemals das Töten unschuldiger Menschen rechtfertigen würden." Mehr als 161.000 Twitter-Nutzern gaben dem Tweet von Trump einen Like. Nichtsdestotrotz wurden viele Stimmen laut, die Trump kritisierten. 

So schrieb eine Nutzerin: "Der Präsident und andere Führer sagten diesem Mann, dass Mexikaner Vergewaltiger und Gewalttäter sind. Dass sie unsere Jobs wegnehmen. Dass sie der Feind sind. Und dann gaben sie ihm einfachen Zugang zu einer AK-47 und Munition. Das war keine Geisteskrankheit, er führte Marschbefehle aus."

Eine Twitter-Nutzerin kritisiert Trump für sein Verhalten.
Vergrößern Eine Twitter-Nutzerin kritisiert Trump für sein Verhalten.
© Twitter / Balloffire11

Der Tweet erhält mehr als 6.000 Likes. Die Aussage der Userin bezieht sich vor allem auf den Schützen in El Paso, dessen Tatmotiv laut ersten Ermittlungserkenntnissen Rassismus gegenüber Mexikanern sei.

Cook spricht Beileid aus - und wird als "Gott verdammtes Monster" beschimpft

Auch Tim Cook zeigte sich via Twitter hinsichtlich der Vorfälle bestürzt :

"Ich bin untröstlich darüber, was in meinem Land passiert", so der Apple-CEO. "Die Definition von Wahnsinn ist, dasselbe zu tun und unterschiedliche Ergebnisse zu erwarten. Es ist an der Zeit, dass gute Menschen mit unterschiedlichen Ansichten aufhören, sich gegenseitig zu beschuldigen und stattdessen zusammenkommen, um diese Gewalt zum Wohle unseres Landes zu bekämpfen."

Die Anteilnahme kam nicht bei allen Nutzern gut an. Ein Nutzer antwortete Cook: "Sie sind nur dann untröstlich, wenn es in Amerika passiert. Ihnen ist es doch scheißegal, ob es sich um die Kinder in Afrika handelt, die im Bergbau sterben, oder um die Menschen in China, die Selbstmord begehen und Ihre iPhones bauen, nur damit Sie reicher und reicher werden. Sie sind ein Monster, Tim. Ein Gott verdammtes Monster." Mehr als 600 Nutzer gefiel dieser Tweet. Apple sah sich in der Vergangenheit häufiger mit Vorwürfen konfrontiert, etwa für seine Herstellung der Apple Watch chinesische Schüler-Arbeiter einzusetzen.

Bei dem Tweet kann es sich auch um einen Troll handeln.
Vergrößern Bei dem Tweet kann es sich auch um einen Troll handeln.
© Twitter / ComfortablySmug

Ein weiterer Nutzer fragte Cook direkt, wie er und Apple selbst gedenken, dem angesprochenen Problem entgegenzuwirken: "Werden Sie Millionen/Milliarden für Anti-Waffen-Politiker spenden? Ihre Worte sind auf den Punkt gebracht, aber Sie müssen Ihre Macht auch nutzen, um wirklich etwas zu verändern. Was werden Sie dagegen tun?"

Cook selbst antwortete auf keine der Antworten, jedoch nahmen ihn auch manche Nutzer in Schutz: "Dies liegt nicht in seiner Verantwortung, dafür ist unsere Regierung zuständig", kommentierte ein Twitter-User. "Gib nicht Cook dafür die Schuld und lass ihn nicht glauben, er müsse etwas dagegen unternehmen."

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