2203070

Nach Steve Jobs – neue Ära bei Apple

27.12.2016 | 08:23 Uhr |

Das Jahr ist fast vorbei, es ist die Zeit für Interpretationen: Was macht Tim Cook anders, hat sich Apple von Steve Jobs emanzipiert?

Rick Tetzeli, Autor der Jobs-Biographie " Becoming Steve Jobs " hat sich für Fast Company Gedanken über die zurückliegende Keynotes gemacht und wie diese das Bild Apples unter Tim Cook widerspiegle. Dabei sind im vor allem zwei Dinge aufgefallen. Der CEO tritt in den Hintergrund, während der gesunde Steve Jobs derartige Veranstaltungen von Anfang bis Ende dominiert hatte und sich um jedes Detail kümmerte, ließ Cook anderen den Vortritt.

Er selbst tritt fast nur am Anfang und zum Ende der Show in den Vordergrund. Doch nicht nur in der Führung des Unternehmens bestünden Unterschiede, auch in den Zielen, die reichlich komplexer geworden seien. Habe Jobs vor allem darauf Wert gelegt, dass sich die einzigartige "Apple-Erfahrung" in Hardware und Software niederschlage und Geräte ermögliche, die kein anderes Unternehmen bauen könne, setzte das Apple unter Tim Cook nun auf Continuity und Künstliche Intelligenz .

Es wird immer weniger wichtig, mit welchem (Apple-)Gerät man umgehe, die Erfahrung solle nahtlos von iPhone zu iPad zu Macbook reichen. Apples Anstrengungen in der Entwicklung künstlicher Intelligenz führen indes das Unternehmen in ganz neue Sphären, Siri versteht  immer besser, was Besitzer von iPhone, Mac und Apple TV von ihren Geräten haben wollen, auch andere Software lernt stetig dazu und will schon vor dem Nutzer wissen, was dieser als nächster unternehme. Apple sei nun endgültig in der Ära nach Steve Jobs angekommen: Öffentlich-moralisch, Kunden orientiert und allumfassend.

Apple und die anderen

Auch unser Macworld-Kollege Jason Snell erkennt eine Veränderung Apples , vor allem im Umgang mit anderen. Die Beziehungen Apples zu Hardware- und Softwareentwickler außerhalb des Universums von Cupertino waren mal enge und mal weniger herzlich, in der Vergangenheit hatte Apple öfter mal Schwierigkeiten, Dritthersteller als hilfreich für das eigene Fortkommen zu begreifen. Das hat sich ab der WWDC 2016 deutlich geändert, meint Jason Snell, noch nie zuvor in seiner Geschichte sei Apple gegenüber "Not Apple" so zuvorkommend gewesen und baue nun "Brücken aus seinem von Mauern umgebenen Garten".

0 Kommentare zu diesem Artikel
2203070