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Napster - Anerkennung durch Zahlungen

26.09.2001 | 00:00 Uhr |

München/Macwelt - Die einst größte Internetmusiktauschbörse Napster befindet sich auf dem Weg der Einigung mit den Musikverlagen. Einen großen Teil seiner gerichtlichen Auseinandersetzungen konnte dieser gestern mit einem Vergleich beilegen. Der MP3-Dienst einigte sich mit einzelnen Musikverlagen und Musikern auf die Zahlung von 26 Millionen US-Dollar (54,6 Millionen Mark). Im Gegenzug werden diese ihre Klagen zurückziehen und Napster eine Nutzung von Musiktiteln bei der Eröffnung des kostenpflichtigen Abonnement-Service ermöglichen. Ein Drittel des Betrages soll an die Inhaber der Urheberrechte der Musikstücke gehen. Die anderen zwei Drittel gehen an die Musikindustrie. Dies bedeutet allerdings nicht, dass man damit alle gerichtlichen Auseinandersetzungen aus der Welt geschafft hat. Napster sieht sich noch einer Reihe von Klagen gegenüber, von Musikfirmen und Künstler, die nicht der Vergleichs-Allianz beitraten. Das Unternehmen wird am 10. Oktober diese dann auch wieder vor Gericht treffen. Dort will man entschiedenen, ob das Verfahren vorzeitig zu gunsten der Musikfirmen beigelegt wird, oder ob die Verhandlungen weitergehen.
Napsters angekündigter kostenpflichtiger Tauschservice lässt indes immer noch auf sich warten. Für das eigentlich schon für Sommer angekündigte neue Abo-System steht zur Zeit immer noch kein Preis fest. Laut Ankündigungen des neuen Napster-Chefs Konrad Hilbers soll der Dienst jetzt am Jahresende bereit stehen. Teil des Vetrags soll ebenso die Vorauszahlung von zusätzlichen 10 Millionen US-Dollar (21 Millionen Mark) für die Nutzung von Urheberrechten für den neuen Abonnement-Service sein.
Gleichzeitig wird aber auch der Markt für Napster enger werden. Denn für Ende des Jahres haben auch die größten Musikfirmen eigene Abo-Modelle für Musiktitel angekündigt. So drängen Sony Music Entertainment und die Univeral Music Group mit Pressplay in den Markt. Ebenso erwartet man den Start von Music Net, eine Kooperation zwischen Real Networks, EMI Recorded Music, BMG Entertainment und der Warner Music Group, noch zum Ende dieses Jahres. Beide Geschäftsmodelle sollen als Internetmusikgrosshändler fungieren und Musikrechte an Drittseiten lizensieren. So soll das Angebot von Music Net auch über Napster zu erreichen sein. In der Zwischenzeit befindet sich die ehemals größte Musiktauschbörse auf der Suche seinen Kunden. Viele der frühren Nutzer haben längst umorientiert und setzten nun auf die kostenlosen MP3-Börsen, wie Musiccity, Audiogalaxy oder auf das Gnutella-Netz.

Info: Napster Internet www.napster.com

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