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Aigner: Online-Netzwerke sollen Hausrecht gegen Nazis nutzen

12.10.2010 | 07:28 Uhr |

Im Kampf gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus im Netz hat Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) die Betreiber von Sozialen Netzwerken ermutigt, ihr "Hausrecht" zu nutzen und Nazis auszusperren.

"Mit dem Hausrecht haben sie geeignete Mittel in der Hand", sagte die Ministerin am Montag in Berlin zum Start der Kampagne "Netz gegen Nazis". Die Aktion wird von ĂŒber 20 großen und kleinen Netzwerken, darunter die VZ-Netzgruppe, MySpace, Wer-kennt-wen und Google unterstĂŒtzt. Auf der Liste der UnterstĂŒtzer fehlt das grĂ¶ĂŸte internationale Netzwerk Facebook. Ein Sprecher des US-Unternehmens begrĂŒĂŸte jedoch am Montag die Initiative "Netz gegen Nazis". "Wir freuen uns auf eine Kooperation in der Zukunft. Momentan ist unser Unternehmen in Deutschland allerdings noch im Aufbau." Damit rĂŒckt das Unternehmen von seiner bisherigen Haltung ab. In einer Auseinandersetzung mit dem US-Blog Techcrunch hatte ein Facebook- Sprecher noch im Mai 2009 erklĂ€rt, die (in den USA nicht verbotene) Leugnung des Holocaust stelle keinen Verstoß gegen die GeschĂ€ftsbedingungen von Facebook dar.

Die aktuelle Kampagne "Netz gegen Nazis" wurde von der Amadeu Antonio Stiftung angeschoben, die das Informationsportal www.netz-gegen-nazis.de betreibt, sowie von der Wochenzeitung "Die Zeit". Aigner wies darauf hin, dass Rechtsradikale verstĂ€rkt soziale Netzwerke nutzen. "Sie suchen Gefolgschaft, werben fĂŒr ihre Gesinnung und verbreiten Propaganda." Es sei richtig, dagegen ein Zeichen zu setzen. "Verfassungsfeinde - rechts wie links - sollten auf diesen Plattformen keinen Platz haben." Anetta Kahane, Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung, verwies auf zahlreiche Beispiele von rechtsextremen AktivitĂ€ten im Netz. So betreibe die NPD unter dem Titel "Die soziale Heimatpartei" eine Seite bei Facebook. Andere seien auch bei Netzwerken wie StudiVZ oder kwick.de unterwegs oder veröffentlichen rechtsradikale Videos auf Plattformen wie YouTube. Joel Berger, GeschĂ€ftsfĂŒhrer von MySpace Deutschland, sagte, Musik werde hĂ€ufig von Rechtsextremen als "Einstiegsdroge" eingesetzt. Dabei sei es nicht einfach, die Grenzen zu ziehen. Inhalte, die klar gegen Gesetze verstoßen, wĂŒrden ohnehin schnell gelöscht. Auch Karin RothgĂ€nger, Sprecherin von Wer-kennt-wen, verwies darauf, dass Extremisten inzwischen subtiler im Netz vorgingen und ĂŒber Themen wie "Todesstrafe gegen KinderschĂ€nder" versuchten, Kontakte zu knĂŒpfen. Google-Sprecher Ralf Bremer betonte, wie sehr Internet-Unternehmen auf die aktive Mitarbeit der Anwender angewiesen seien. So könnten Nutzer der Google-Video-Site YouTube bedenkliche Inhalte melden.

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