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NeXT Computer: 138 Seiten-Katalog online bei Archive.org

16.07.2019 | 10:18 Uhr | Thomas Hartmann

Zwischen seinen beiden Apple-Phasen war Steve Jobs Chef von Next. Den Katalog von 1989 kann man jetzt in hoher Auflösung online betrachten.

Nachdem Steve Jobs das von ihm mitbegründete Apple verlassen musste, gründete er gleich darauf 1985 das Unternehmen NeXT , das Computer herstellte und die Software dafür entwickelte – Jobs träumte vom nächsten Apple. Die Workstations galten zwar als fortschrittlich, waren aber sehr teuer. Immerhin hat Tim Berners-Lee ab Oktober 1990 auf einem NeXTcube die Grundlagen des World Wide Webs entwickelt, die noch heute das Internet bestimmen ( Einen spektakulären Auftritt hatten Berners Lee und sein NeXT Cube im Juli 2012 bei der Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele von London, Anm. d. Red.). Nach der Beinahe-Pleite von Apple kehrte Steve Jobs bekanntlich 1997 nach Cupertino zurück, und das NeXT-Betriebssystem (NeXTStep oder OPENSTEP) wurde zur Grundlage von Mac-OS X, aus dem sich schließlich das heutige macOS entwickelt hat. Hardware stellte NeXT da schon lange nicht mehr her.

Wie aber sahen nicht nur die Computer von NeXT damals aus, sondern auch die Software des Herstellers selbst und von Drittanbietern? Einen hervorragenden Eindruck davon erhält man nun durch den Herbst-Katalog von NeXT aus dem Jahr 1989, den laut The Verge der Hobby-Historiker Kevin Savetz vollständig und mit einer Auflösung von 600 dpi eingescannt hat. Das Resultat findet man auf Archive.org , wo sich der komplette Katalog mit 138 Seiten digital in verschiedenen Darstellungsweisen durchblättern lässt. Auch der Aufbau der objektorientierten Programmumgebung von NeXT wird erklärt. Immer wieder fällt die Verwandtschaft zum macOS auf.

Man trifft auf alte Bekannte wie Wolfram Research, Adobe etwa mit Illustrator oder Fonts und erhält insgesamt einen Eindruck davon, wie sich die Arbeit mit der Oberfläche und den diversen Programmen für Nextstep gestaltete. Interessant ist auch der Blick auf damals verfügbare Peripherie wie ein Faxmodem von Abaton oder ein 300 dpi/8 Bit-Scanner desselben Herstellers. An manchen Stellen finden sich auch handschriftliche Bemerkungen in dem Katalog.

Für Savetz kam NeXT in einer entscheidenden Phase der Computerindustrie. Auch wenn das Unternehmen kommerziell nicht erfolgreich war, führte es letztlich zu den modernen Produkten von Apple – und außerdem ”sehen die Maschinen einfach so cool aus”, meint der Hobby-Historiker, der auch weitere Software-Flyer aus der Zeit (darunter Stone Design Software) eingescannt hat – auf Twitter kann man ihm hier folgen.

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