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Neben Apple auch Amazon an Wondery interessiert

03.12.2020 | 08:24 Uhr | Peter Müller, Halyna Kubiv

Wer bekommt den Zuschlag für Wondery? Amazon scheint ein hohes Angebot für das Podcast-Netzwerk gemacht zu haben.

Amazon will in Podcast-Netzwerk investieren (Update vom 3. Dezember 2020)

Nach einem Dow-Jones-Bericht will Amazon das Podcast-Startup Wondery kaufen und dafür 300 Millionen US-Dollar investieren. Angeblich hatte auch Apple Interesse an dem Netzwerk, das unter anderem populäre Podcasts wie "Bunga Bunga" oder "Dr. Death" produziert. Amazon könnte nun aber die Nase vorn haben. Wondery wurde bei seiner letzten Finanzierungsrunde im Juni 2019 mit 100 Millionen US-Dollar bewertet, der Jahresumsatz dürfte 2020 um die 40 Millionen US-Dollar betragen. Das Geschäft ist aber noch nicht abgeschlossen und die Verhandlungen könnten noch scheitern, verlauten die Quellen des Berichts. Von Apple als alternativen Kandidaten für den Kauf ist indes keine Rede.

Apple angeblich an Wondery interessiert (Meldung vom 9. November 2020)

Verhandlungen: Bloomberg berichtet , dass Apple Interesse an der Übernahme des Podcast-Netzwerks Wondery habe, das unter anderen Podcasts wie “Bunga Bunga,” “Dirty John” und “Dr. Death" produziert. Die Wondery-Gründer wollen mit einem Verkauf 300 bis 400 Millionen US-Dollar erlösen und haben gute Chancen dafür, da gleich vier Firmen sich einen Bieterwettstreit liefern. Neben Apple stehe auch Sony auf der Matte, Spotify, das großen Wert auf Podcasts und der Erweiterung seines diesbezüglichen Angebots legt, diesmal  aber nicht.

Wondery als Podcast-Netzwerk wurde erst 2016 gestartet, mit der Finanzierung und von ehemaligen Mitarbeitern des Fox-Konglomerats. Hernan Lopez, der ehemalige CEO von Fox International Channels, startete das Netzwerk, Jeffrey Glaser, der Programmverantwortliche bei 20th Century Fox Television, ist in der neuen Firma für Content verantwortlich. Innerhalb von drei Jahren hat sich Wondery zu einem Top-Fünf-Netzwerk in den USA hochgearbeitet. Nur im Oktober 2020 konnte das Netzwerk knapp 58 Mio. Downloads verzeichnen.

Allerdings ist nicht klar, ob aktuelle Gerichtsverhandlungen gegenüber dem Gründer Hernan Lopez den Kaufprozess beeinflussen können: Der Gründer muss sich vor einem Gericht in New York verantworten, in seiner Rolle als CEO von Fox International Channels zu einer Gruppe der Personen angehört zu haben, die über mehrere Jahre Korruption, Bestechung und Selbstbereicherung betrieb, wenn es um die Übertragungsrechte von FIFA und lokalen Fußballvereinen in den USA ging. Zum einen hat Lopez und weitere Personen über zehn Jahre die Verantwortlichen bei der Südamerikanischen Fußball-Konföderation bestochen, damit sie einem Netzwerk die Übertragungsrechte von Copa Libertadores sicherten. Zum anderen ist ihnen gelungen, geheime Informationen über die Versteigerung der Übertragungsrechte für die USA der Fußballweltmeisterschaften 2018 und 2022 zu erlangen. Eine Anhörung vor Gericht soll am 20. November 2020 stattfinden.

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