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Defekte Macs nach Update auf macOS Catalina – vereinzelte Probleme

13.01.2020 | 15:15 Uhr | Stephan Wiesend

Einige Anwender berichten, dass nach dem Update auf macOS Catalina wäre ihr Mac ausgefallen – möglicherweise ein Firmware-Defekt.

Nachtrag vom 15. Oktober 2019
Nachtrag vom 13. Januar 2020

Das Aufspielen eines komplett neuen Betriebssystems sorgt bei alten Macs oft für Probleme, meist lassen sich diese aber schnell beheben. So veröffentlichte Apple gerade eine Anleitung , was ein Anwender beim Einfrieren der Catalina-Aktualisierung tun soll.

Wie einige Nutzer in mehreren Foren übereinstimmend berichten, führte das Update auf macOS 10.15 bei ihnen zum größten erwartbaren Problem: einem nicht mehr startenden Mac. Der Bildschirm bleibt schwarz und nicht einmal der Startton ist zu hören, was auf ein Problem mit der Firmware bzw. EFI hindeutet – also nicht dem System selbst. Die üblichen Tipps helfen dann nicht weiter, man kann weder in ein Rettungssystem starten, noch hilft das Zurücksetzen des SMCs oder Austauschen von SSD oder Festplatte. Die Zahl der betroffenen Nutzer lässt sich aktuell schwer einschätzen. Von dem Problem berichtet im Apple-Forum ein Anwender mit einem Macbook Pro von 2012, ein Besitzer eines iMac von 2013 aber auch ein Nutzer eines iMac Pro, viele deutsche Anwender mit dem Problem meldeten sich etwa bei der Seite iFun.de .

Mac bereinigen mit CleanMyMac

Bei einem nicht einmal mehr in ein Rettungssystem startenden Mac handelt es sich um ein ernsthaftes Problem, das man selbst kaum beheben kann. Einige Anwender vermuten, das Update habe irgendwie die Firmware beschädigt, das sogenannte EFI Boot ROM eines Macs. Dabei handelt es sich um die Firmware eines Macs, die noch vor dem Start des macOS von einem speziellen Speicherchip geladen wird und etwa Hardware und Bootvorgang kontrolliert. Anscheinend aktualisiert Catalina bei allen Macs beim Update die Firmware, was beim Abbruch oder Fehlschlagen dieses sensiblen Vorgangs zu einem nicht mehr startenden Mac führt. Die Lösung ist teuer, im Apple Store wurde den Betroffenen laut Berichten der Austausch des Mainboards und in Einzelfällen auch des Netzteils angeboten. Bei alten Geräten ist dies aber oft teurer als der Restwert des Gerätes.

Ein Betroffener konnte allerdings bei einer freien Werkstatt die Firmware neu aufspielen – „flashen“ – lassen, was deutlich billiger war.

Aktuell ist die Ursache des Fehlers nicht geklärt, auch von Apple gibt es noch keine offizielle Stellungnahme. Ein ähnliches Problem war bereits bei einer frühen Betaversion aufgetreten, es kann sich aber auch um ein neues Problem handeln.

Unsere Meinung: Bei vielen Anwendern – auch mehreren Macs der Macwelt-Redaktion – hat die Installation von Catalina problemlos funktioniert, die Zahl Betroffenen ist unklar. Gerade bei einem Mac ohne Herstellergarantie würden wir aber aktuell von der Installation von Catalina abraten, bis mehr Informationen über die Problematik vorliegen.

Nachtrag vom 15. Oktober

Gibt es Reparaturmöglichkeiten?

Bei einem Schaden durch ein offizielles Firmwareupdate ist eigentlich der Hersteller in der Pflicht, was uns in einem früheren Beitrag ein Anwalt bestätigt hat . Der Ausfall sollte bei zumindest bei einem bis zu zwei Jahren alten Mac klar unter die Gewährleistung oder Hersteller-Garantie fallen, bei älteren Geräten hoffen wir auf ein kommendes Reparaturprogramm oder Kulanz durch Apple – hat doch ein offizielles Update von Apple den Schaden verursacht.

Nach Ablauf der Gewährleistung und handelte es sich um eine Beta- oder Developer-Version, hat man allerdings schlechte Karten. In diesen Fälle übernimmt Apple aktuell keine Garantie, was uns ein Leser gestern in einer E-Mail bestätigte.

Bei einem älteren Mac kostet der Austausch des Mainboards durch Apple dann schnell 400 bis 600 Euro. Es gibt aber eine Alternative: Laut einer Nachfrage bei einer Münchner Reparaturwerkstätte kann man die Fimware neu programmieren lassen, ähnliche Probleme habe es schon bei früheren Systemupdates gegeben. Dazu muss der Spezialchip mit der Firmware ausgelötet und mit Spezialsoftware neu programmiert werden. Die Reparatur kostet bei der Münchner Macstube bei Macbook, Mac Mini und Mac Pro 189 Euro, bei einem iMac 219 Euro. Die Reparaturdauer beträgt drei Tage.

Nachtrag vom 13. Januar 2020:

Seit Erscheinen dieses Artikels gab es einige Nachfragen, ob wir von einem Upgrade auf Catalina abraten. Das ist nicht der Fall. Das Upgrade auf Catalina ist  bei vielen Macs mit einer Aktualisierung der Firmware verbunden, was bei manchen der Anwender zu einem Problem führte. Bei einigen Rechnern trat bei der Aktualisierung der Firmware ein Fehler auf und die neue Firmware wurde offenbar nicht vollständig überspielt. Folge: Der Mac kann nicht  mehr starten, beim Start bleibt der Rechner komplett schwarz. Er zeigt weder Fehlersymbole noch einen leeren Ordner an. Das Problem für viele Betroffene ist, dass Apple bei vielen Fällen keine Garantiereparatur übernehmen wollte, vor allem bei alten Macs ohne Restgarantie.
 
Das Problem ist seit der ersten Veröffentlichung unseres Artikels weiter aufgetreten – aber anscheinend nur sehr vereinzelt, wie man aus den im Artikel verlinkten Foren und Kommentaren zu den Artikeln folgern kann. Da es nur so wenig Vorfälle gab, würden wir deshalb auf ein Update auf Catalina nicht verzichten. Eine Aktualisierung der Firmware ist immer mit einem Restrisiko verbunden, das gilt auch für viele andere Geräte.

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