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Neue Funktionen in iTunes 7: Die Zukunft als Download

13.09.2006 | 15:30 Uhr |

Showtime war gestern, heute hat Apple bereits eine ganze Reihe neuer Produkte im Portfolio.

iTunes 7 Coverflow
VergrĂ¶ĂŸern iTunes 7 Coverflow

Doch nur eines von ihnen können jetzt bereits alle ausprobieren: Mit iTunes 7 hat der Hersteller einen Schnitt gewagt und ein neues Design gewĂ€hlt, Buttons verschwinden lassen und die Bibliothek neu sortiert. Doch trotz der vielen Änderungen fĂ€llt der Umstieg auf die neue Version nicht schwer - vor allem, wenn so viele zusĂ€tzliche Features locken.

Wird so Leopard aussehen?

Es beginnt bereits mit dem ersten Blick auf das neue Icon: iTunes ist jetzt blauer und irgendwie sieht die Software nicht mehr so aus wie zuvor. Das Kleid aus gebĂŒrstetem Metall hatte Apple bereits vorher fallen lassen, jetzt stechen besonders die bunteren Symbole in der Seitenleiste ins Auge. Und das Icon will im Dock auch nicht so recht zu denen des Finders, Safaris oder Mails passen. Über die GrĂŒnde fĂŒr den Image-Wechsel kann man allerdings nur spekulieren. Soll das ein Kompromiss zwischen Mac OS X und Windows XP sein? Schließlich gibt es die Software fĂŒr beide Systeme. Oder gewĂ€hrt Apple dem Anwender damit bereits einen Ausblick auf Apples kommendes Betriebssystem Mac OS X 10.5, fĂŒr das in der finalen Version auch ein Redesign ansteht? Die Antwort darauf wird man wohl erst im nĂ€chsten Jahr bekommen.

Augenscheinliches beim ersten Start

Der erste Start kann erst einmal eine ganze Weile dauern: iTunes bestimmt die Informationen zur unterbrechungsfreien Wiedergabe und analysiert dafĂŒr erst einmal die ganze Bibliothek. WĂ€hrend der Analyse kann man die Software allerdings bereits benutzen, die Analyse findet im Hintergrund statt. Ein Blick auf die Seitenleiste zeigt: Hier hat Apple auf den zweiten Blick die meisten VerĂ€nderungen vorgenommen. Cupertino hat inzwischen so viele neue Kategorieren im iTunes Store eingefĂŒhrt, dass fĂŒr die MenĂŒpunkte in der Leiste nun Kategorien nötig sind: Sie unterscheidet in Bibliothek, Store, GerĂ€te und Wiedergabelisten.

Pausenlos Musik hören

In einem ersten Test funktionert die unterbrechungsfreie Wiedergabe hervorragend: Die Analyse beim ersten Programmstart scheint richtig bemerkt zu haben, dass der nÀchste Titel genau so weitergeht wie der aktuelle geendet hat und spielt ohne Unterbrechung weiter. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Musik aus dem iTS stammt oder ob man sie von CD eingelesen hat.

iTunes hat andere Ansichten

Ganz neu sind die verschiedenen Ansichten, in denen man seine Bibliothek anzeigen und durchblĂ€ttern kann. Neben der gewohnten Listenansicht gibt es jetzt eine kombinierte Ansicht, die zusĂ€tzlich am linken Listenrand Musikcover anzeigt. Damit das auch bei Titeln klappt, die man von CD eingelesen hat und die noch kein Cover haben, kann Apple im iTS nach Artwork suchen und es ĂŒbertragen. Wer allerdings nicht will, dass Apple erfĂ€hrt, was man alles in seiner Bibliothek hat, sollte diese Funktion abschalten. Am eindrucksvollsten ist letztlich die Cover-Übersicht, fĂŒr die alleine es sich bereits lohnt, eine gut sortierte Bibliothek mit Bildern zu besitzen. Apple hat die Software CoverFlow aufgekauft und in iTunes integriert: Man blĂ€ttert bequem mit dem Scrollrad der Maus oder einer Scrolleiste durch die Cover, als wĂŒrde man in seiner CD-Kiste oder im Plattenschrank wĂŒhlen.

Backups fĂŒr ein gutes GefĂŒhl

Der grĂ¶ĂŸte anzunehmende Unfall ist fĂŒr viele Musikliebhaber der Verlust ihrer iTunes-Bibliothek. iTunes 7 hilft dabei, wieder angstfrei Musik zu hören und fĂŒhrt eine neue Backup-Funktion ein, die man im Ablage-MenĂŒ findet: "Auf Sicherungsmedium sichern..." Man kann auswĂ€hlen, ob man nur gekaufte Titel oder die ganze Bibliothek sichern will, außerdem kann man nur die Tiel auf CD oder DVD bannen, die sich seit der letzten Sicherung verĂ€ndert haben oder die neu hinzugekommen sind. Medien werden unkomprimiert auf das Sicherungsmedium gebrannt und dort in der aus dem iTunes-Ordner gewohnten Struktur untergebracht. Reicht der Speicherplatz auf einem Medium nicht aus, fordert iTunes das nĂ€chste an. Im Falle eines Datenverlustes geht das ZurĂŒckspielen im Übrigen genauso einfach: Man öffnet iTunes, legt die Sicherungs-DVD oder -CD ein und schon erscheint ein Dialog, ĂŒber den man den Restore-Vorgang einleiten kann.

Immer im Bilde

Mit iTunes 7 will Apple ins FilmgeschĂ€ft einsteigen und Spielfilme verkaufen, dieses Angebot steht bislang aber nur Anwendern in den USA zur VerfĂŒgung. Mehr Funktionen zum Abspielen von bewegten Bildern bringt iTunes aber ab sofort fĂŒr alle mit: Im Zentrum steht ein neues Bedienelement, dass QuickTime-Anwender bereits kennen. Die Kontrolleiste, mit der sich alle Grundfunktionen bedienen lassen, erscheint ĂŒber dem Videobild und verschwindet, wenn man die Maus ein paar Sekunden lang nicht mehr bewegt.

Regelbarer Datenverkehr

Wer nur Musik im iTS einkauft, benötigt nicht unbedingt einen durchdachten Downloadmanager. Spielfilm-Downloads aber lassen den Datenverkehr erheblich ansteigen: iTunes kann drei Titel auf einmal herunterladen, in der neuen Version lassen sich dafĂŒr PrioritĂ€ten festlegen. Was als erstes fertig werden soll, schiebt man in der Download-Liste nach oben. Wer einen Film gekauft hat, kann ihn zudem bereits wĂ€hrend des Herunterladens anschauen - das dĂŒrfte noch mehr Lust darauf machen, dass Apple Spielfilme 2007 auch international anbieten will, wie Steve Jobs versprochen hat.

iPods steuern

iPods sind noch enger an iTunes angebunden - ĂŒber ein neues KonfigurationsmenĂŒ, das im Hauptfenster aufgeht, wenn man auf ein angeschlossenes GerĂ€t klickt. Dort lĂ€sst sich etwa der genutzte Speicherplatz auf dem Player anzeigen - farblich eingeteilt in Audio, Video und andere Informationen. Man kann jetzt direkt in iTunes sehen, ob der iPod eine neue Firmware braucht und sie gegebenfalls sofort herunterladen und aufspielen. Auch die Optionen fĂŒr den iPod stellt man generell nicht mehr im Einstellungsdialog von iTunes, sondern in der iPod-Ansicht. FĂŒrs Synchronisieren von Fernsehsendungen steht darin ein eigenes MenĂŒ zur VerfĂŒgung, außerhalb der USA dĂŒrfte das allerdings noch kaum jemanden interessieren. iPods der fĂŒnften Generation können jetzt Spiele ausfĂŒhren, die sich im iTunes Store fĂŒr 4,99 Euro kaufen lassen und die man ebenfalls in der iPod-Ansicht verwaltet.

Synchronisation bleibt Kunden vorbehalten

Auf Begeisterung stieß gestern die Synchronisierungsfunktion von iTunes ĂŒber den iPod: Wer zwei oder mehrere Macs hat, auf denen im iTS der gleiche Benutzer angemeldet ist, kann den iPod zum Abgleich seiner Musikbibliotheken benutzen. Allerdings funktioniert das nur mit Musik und Videos, die man auch im iTS gekauft hat. DafĂŒr könnten die gleichen GrĂŒnde ausschlaggebend sein, die wohl auch das ZurĂŒckspielen von Musik vom iPod auf den Computer verhindern: Bedenken der Musikindustrie, man könne das GerĂ€t zur VervielfĂ€ltigung und Verteilung geklauter Musik benutzen.

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