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Neue Sammelklage gegen Apples iCloud

14.08.2019 | 12:30 Uhr | Halyna Kubiv

Zwei Nutzer stören sich daran, dass Apple iCloud als eigenen Service anpreist, die Daten aber auf Servern von Google und Amazon landen.

Zwei Kläger aus Florida und Kalifornien – Andrea M. Williams und James Stewart – haben vorgestern eine Sammelklage gegen Apple eingereicht. Der Streitpunkt – iCloud, bzw. die Formulierungen in Apples AGB , die externe Anbieter außer Acht lassen und beim Kunden den Eindruck erwecken, Apple betreibe neben der Dienstleistung auch alle nötige Infrastruktur.

Vor allem monieren die beiden Kläger einen Abschnitt  in Apples AGB: "Wenn iCloud aktiviert ist, werden deine Inhalte automatisch an Apple gesendet und bei Apple gespeichert." Die Kläger befürchten, dass Apples eigene Infrastruktur für die Speicherung aller Nutzer-Daten nicht ausreiche, deswegen müsse sich der Anbieter an Dritte wenden. In einem weiteren Umkehrschluss wird Apple nicht zu einem Dienstleistungsanbieter, sondern zu einem Weiterverkäufer fremder Dienstleistungen, der dazu noch die Beteiligung Dritter verschweigt. Als Unterstützung ihrer Argumente bringen Kläger als Beispiel die gleichen iCloud-AGB in China. Dort weist Apple ausdrücklich darauf hin, dass die iCloud-Inhalte der Nutzer an die Firma GCBD geschickt und dort gespeichert werden. Apple wurde bereits Anfang des vergangenen Jahres dazu verpflichtet, seine Infrastruktur und Dienstleistungen an neue chinesische Gesetzgebung anzupassen. Dazu musste Apple auch die Schlüssel zu den verschlüsselten Daten der chinesischen Kunden auch im Land speichern.

Die Kläger führen weiter aus, sie hätten Apples Dienstleistungen zu den hohen Preisen nicht abonniert, hätten sie gewusst, dass Apple ihre iCloud-Daten anderswo als in eigenen Rechenzentren speichert. Trotz Apples Verschlüsselung sei Sicherheit und Zuverlässigkeit der Datenspeicherung nicht gewährleistet, die Kläger schildern einen Vorfall mit Googles Rechenzentrum: Einige iCloud-Daten der Nutzer wurden bei Google gespeichert, wenn im betroffenen Rechenzentrum Feuer ausbrach, konnten einige iCloud-Nutzer ihre Daten nicht mehr abrufen (Seite 10, Punkt 33 der Anklage).

Die Klage ist bereits in die elektronische Datenbank der US-Amerikanischen Justiz eingetragen, den Fall wird eine bereits bekannte Richterin Lucy H. Koh entscheiden. Die erste Sitzung ist für den 13. November 2019 terminiert.

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