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Neue Software soll Herzinfarkte per Handy oder Smart Speaker erkennen

24.06.2019 | 10:29 Uhr | Thomas Hartmann

Durch die Analyse von Schnappatmung aus typischen Notfallsituationen will ein amerikanisches Startup automatisch Meldung machen, sobald die Gefahr digital registriert wurde.

Bei einem Herzinfarkt sinken die Sauerstoffwerte, was durch die Betroffenen instinktiv mit einem bestimmten Atemmuster ausgeglichen wird. Diese sogenannte Schnappatmung (Dyspnoe) konnte von amerikanischen Forschern der University of Washington aus Aufzeichnungen von Notfallsituationen analysiert und digitalisiert werden, um sie schließlich durch kĂŒnstliche Intelligenz auszuwerten. Dies berichtet Futurezone . Diese Ergebnisse und die Entwicklung einer entsprechenden Software wurde bereits in einem medizinischen Fachjournal veröffentlicht. Man hofft, durch selbstlernende Computerprogramme Schnappatmung in 97 Prozent aller FĂ€lle korrekt zu erkennen, was ĂŒber die in vielen Haushalten verfĂŒgbaren smarten Lautsprecher oder Handys gelingen soll. Getestet wurde bereits unter anderem mit den Alexa-GerĂ€ten von Amazon und Smartphones wie dem iPhone 5S. Gegebenenfalls wird die nĂ€chste Umgebung in Familie oder Nachbarn alarmiert, um eine Herzmassage einzuleiten. Falls niemand reagiert, kann beispielsweise der smarte Lautsprecher den Notruf verstĂ€ndigen.

Mit der Webseite Sound Life Sciences gibt es bereits einen Internetauftritt des eigens gegrĂŒndeten universitĂ€ren Startups. So ist hier die Rede von Skills fĂŒr Alexa oder Google-Home-Lautsprecher respektive Smartphones. ZunĂ€chst sollen fĂŒr eine höhere PrĂ€zision noch weitere Daten ausgewertet werden – bisher verfĂŒgt man ĂŒber Aufzeichnungen von 162 Telefonaten zwischen 2009 und 2017 in entsprechenden Notfallsituationen.

Eine permanente Überwachung soll nicht erforderlich sein, das Lauschen auf besorgniserregende Signale durch Schnappatmung könnte auch lokal analysiert werden, bevor Dritte eingeschaltet werden mĂŒssten. Wann das System marktreif ist, ist bisher nicht bekannt. Keine Frage, dass ein solcher Ansatz auch perfekt in Apples Health-Profil passen wĂŒrde – so verfĂŒgt die Apple Watch Series 4 bekanntlich bereits ĂŒber ein einfaches, aber wirkungsvolles EKG-1-Kanal-System , das durch Sensoren zur ÜberprĂŒfung von Schnappatmung als Hinweis auf einen Herzinfarkt bestens ergĂ€nzt wĂ€re.

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