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Neue iPhone-14-Leaks: Da stimmt doch was nicht!

10.09.2021 | 08:17 Uhr |

Aktuelle Bilder zeigen angeblich das für 2022 erwartete iPhone 14. Das Netz freut sich, unser Autor traut dem Braten aber nicht. Ein Kommentar.

Es sind schon verrückte Zeiten. In den vergangenen Jahren hieß es stets "Nach dem iPhone ist vor dem iPhone", denn sobald Apple eine neue iPhone-Generation in Cupertino vorstellte, geisterten nur wenige Wochen später bereits die ersten Gerüchte über die nächste Generation durch das Internet. Seit gestern - nur knapp eine Woche vor der nun offiziell bestätigten iPhone-13-Keynote - müssen wir die leicht abgewandelte und aufs Apple-Universum angepasste Fußballer-Weisheit nun erneut etwas umdichten in: "Vor dem iPhone ist vor dem iPhone". Denn die von Jon Prosser veröffentlichten Foto-Leaks des erst für das 2022 erwartete iPhone 14 entfalteten recht schnell die vom Apple-Leaker erhoffte Wirkung: Chaos. 

Innerhalb von kürzester Zeit stieg das Video von Prosser, in dem er die Bilder erstmals zeigte, in die YouTube-Trends, auch auf Twitter wurde fleißig diskutiert. Mit mehr als 47.000 Tweets innerhalb nur weniger Stunde landete der Hashtag #iPhone14 in den Twitter-Trends auf Platz zwölf.

Der Spaß war groß - Apple und vor allem sein CEO Tim Cook waren die Opfer vieler Witze. "Wie peinlich", dass eine Woche vor dem lang ersehnten iPhone-13-Event alle über das noch über ein Jahr entfernte iPhone 14 sprechen, das iPhone 13 scheint - obwohl noch nicht einmal vorgestellt - Schnee von gestern zu sein. 

iPhone 14: Völlig untypisch für Apple

Nehmen wir nur einmal an, dass Jon Prosser mit dem iPhone 14 tatsächlich auf einer heißen Spur ist. Dies würde bedeuten, dass Apple für 2022 ein revolutionäres Update für das iPhone plant - nicht nur optisch, sondern auch technisch gesehen. Denn viele begehrte Features sollen erst 2022 kommen, weshalb wir sogar dazu raten, das iPhone 13 zu überspringen und lieber auf das iPhone 14 zu warten. Doch wer Apple kennt, weiß: Veränderungen werden sparsam eingesetzt. Hier und da ein kleiner Kniff am Design und den Features, die jährlichen iOS-Updates sorgen für den Rest.

Die ersten angeblichen Bilder des iPhone 14 zeigen, dass Apple diese Taktik für das nächste Jahr wohl komplett über den Haufen werfen will. Ist das realistisch? 

Beschränken wir uns zunächst nur auf die optischen Änderungen: Laut Prosser verabschiedet sich Apple im nächsten Jahr endlich von der Notch, stattdessen gibt es eine Punch-Hole-Kamera, die mittig zentriert am oberen Bildschirmrand sitzt. Damit verzichtet Apple auf das wohl wichtigste Erkennungszeichen überhaupt. Die Notch mag hässlich sein, doch unbestreitbar ist, dass man durch sie ein iPhone auch aus weiter Entfernung von einem Android-Smartphone unterscheiden kann. Die Notch hat sich in den vergangenen vier Jahren wohl zum wichtigsten Erkennungsmerkmal entwickelt. Die Face-ID sei laut Prosser weiterhin Bestandteil des iPhone, allerdings sitzt diese wohl unter dem Display. 

iPhone 14: Punch-Hole-Kamera statt Notch
Vergrößern iPhone 14: Punch-Hole-Kamera statt Notch
© Front Page Tech

Doch damit nicht genug: Auch alle weiteren optischen Besonderheiten der aktuellen iPhone-Modelle will Apple anscheinend im nächsten Jahr komplett ändern. Die Volume-Knöpfe sollen wieder (wie beim iPhone 4) rund sein, und auch das Kameramodul soll nicht länger aus dem iPhone-Gehäuse hervor stehen, sondern mit dem Gehäuse verschmelzen. 

iPhone 14 ohne hervorstehendes Kamera-Modul
Vergrößern iPhone 14 ohne hervorstehendes Kamera-Modul
© Front Page Tech

Wenn ich die Bilder von Prosser sehe, komme ich unweigerlich zu dem Schluss, dass das nicht mehr viel mit einem iPhone gemein hat. Oder anders gesagt: So viele Veränderungen haben wir zuletzt 2017 gesehen, als Apple mit dem iPhone X eine iPhone-Generation im komplett neuen Designstil vorstellte. Es scheint mir daher äußerst unrealistisch, dass Apple das von Prosser vorgestellte Design nur fünf Jahre nach dem letzten großen Redesign tatsächlich exakt so umsetzen wird. 

Prosser hat in der Vergangenheit bewiesen, dass auch er sich irren kann. Gleichzeitig war er für jede Menge Leaks verantwortlich, die sich im Nachhinein als korrekt herausstellten, wie etwa das iPhone 12 oder die Airtags. Auch mit dem iPhone 13 und der Apple Watch Series 7 scheint Prosser wieder ins Schwarze getroffen zu haben. Wie Prosser aber in seinem Video erwähnte, sei er bereits seit mehreren Wochen im Besitz dieser Information. Er habe absichtlich mit der Veröffentlichung der Bilder gewartet, um etwas Chaos zu stiften. Das ist ihm durchaus gelungen, allerdings setzt er sich gleichzeitig einem recht hohen Risiko aus: Sollte er mit diesem Leak falsch liegen, riskiert er damit seinen guten Ruf. Ob es so schlau von ihm war, zu einem viel zu frühen Zeitpunkt derartige Informationen zu veröffentlichen? Ohne weiteres Insider-Wissen zu kennen, sagt mir mein Bauchgefühl: Da stimmt etwas nicht. 

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