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Neues iPhone und Corona-Warn-App: Das ist zu beachten

30.10.2020 | 16:37 Uhr | Peter Müller, Halyna Kubiv

Wenn Sie in den letzten Tagen auf das neue iPhone umgestiegen sind oder in den kommenden Tagen umsteigen wollen, müssen Sie die Corona-Warn-App neu einstellen.

Die Corona-Warn-App ist das C in AHAL (Abstand – Hygiene – Atemschutzmaske – Lüften), könnte also weit öfter genutzt werden als bisher, wobei um die 20 Millionen Downloads in Deutschland bisher ein sehr guter Anfang sind. Wie die BBC berichtet, haben britische Nutzer nach dem Umstieg auf ein neues iPhone ein Problem mit der vom NHS (National Health Service) ausgegebenen App, die auf den von Apple und Google entwickelten APIs zur Kontaktverfolgung basiert. Dies könnte aber nicht nur in UK ein Problem sein, sondern auch in anderen Regionen, da sie mit einem Prinzip bei der Migration auf ein neues iPhone kollidiert: Dabei fragt iOS eben nicht, ob man die Benachrichtigungserlaubnisse mit nimmt. In diesem Fall kann die App nicht auf Bluetooth zugreifen, um Kontakte nachzuverfolgen. Man muss die Kontaktnachverfolgung in den Einstellungen neu erlauben, samt der Benachrichtigungen.

Wir haben eine Probe aufs Exempel gemacht und können bestätigen: Beim Umstieg auf das neue iPhone, in unserem Fall bei der Datenübertragung per Schnellstart , wurde die Corona-Warn-App übernommen. Wir haben beim ersten Start jedoch keine Benachrichtigung bekommen, sondern nur noch den Hinweis im Startbildschirm der App: "Unbekanntes Risiko", da die App noch nicht lang genug genutzt wurde, im Reiter oberhalb dieses Hinweises "Risiko-Ermittlung inaktiv" – Die App wies darauf hin, dass man in den Einstellungen den Status von Begegnungsaufzeichnungen aktivieren musste. Erst wenn in den Begegnungsmitteilungen ("Einstellungen > Begegnungsmitteilungen") die aktive Region, bei uns Deutschland, und den Status der Aufzeichnungen aktiviert ist, wird die Corona-Warn-App wie gewohnt funktionieren, davor jedoch nicht.

Die Begegnungsüberprüfungen, also die ausgetauschten Schlüssel werden ebenfalls nicht übertragen, aber das war ja eben das Versprechen der App, dass sie besonders datenschutzfreundlich ist und die Daten nur auf dem betroffenen Gerät verwaltet. Etwas problematisch sehen wir die Tatsache, dass die iOS-Einstellungen zur Begegnungsnachverfolgung nicht mit den Backups übernommen werden und der Nutzer dies erst gar nicht mitbekommt. Zwar ist dieser Umstand wahrscheinlich den strengen Datenschutzvorschriften geschuldet, die die App nur auf freiwilligen Basis nutzen ließen, die abgeschalteten Einstellungen der Corona-Warn-App sind jedoch etwas verwirrend, hat doch der Nutzer den Zugriff auf die Bluetooth-Schnittstelle schon einmal erlaubt und geht wie wir davon aus, dass dies auch auf dem neuen iPhone der Fall sein sollte. Schließlich werden auch beim Schnellstart alle möglichen Einstellungen der Kamera, Netzwerke etc. übernommen, bei der Corona-Warn-App bzw. der Covid-19-Schnittstelle ist dies nicht der Fall.

Update 30.10.2020: Auch bei einem iCloud-Backup verhält sich die Corona-Warn-App ähnlich. Man muss zunächst in iPhone-Einstellungen Begegnungsnachverfolgung freigeben, erst dann kann die App auf dem neuen iPhone ohne Probleme funktionieren.

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