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OECD will ein neues Steuersystem für internationale Märkte

10.10.2019 | 10:52 Uhr | Peter Müller

Das aktuelle Steuersystem stammt teilweise aus den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. OECD will es reformieren.

Man zahle ja jeden Dollar, den man an Steuern schulde, rechtfertigt sich Apple stets und ist mit dieser Begründung gewiss nicht allein. Selbst wenn sich Cupertino zu Recht als der größte Steuerzahler der Welt bezeichnet, kommen die Steuersätze in Irland und anderen Offshore-Kostruktionen schon seltsam vor. Legal ist das zweifellos, doch stammen die Regeln dafür teilweise aus den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. Die Organisation for Economic Cooperation and Development (OECD) will nun in den 20er-Jahren des aktuellen Jahrhunderts die zugrunde legenden Steuerregeln an die Jetztzeit anpassen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuter s.

Das aktuelle System stehe unter Stress und werde dem Druck nicht mehr standhalten, wenn man die Spannungen nicht herausnehme, erklärt der Head of Tax Policy der OECD, Pascal Saint-Amans. Neue Vorschläge werde zunächst das anstehende Finanzministertreffen der G20 in Washington diskutieren. Das vorgeschlagene neue System werde bei der Unternehmenssteuer nur wenige Prozentpunkte draufschlagen, es werde abseits von großen internationalen Investment-Hubs laut Saint-Amans aber keine großen Verlierer geben. Im Gegenteil werden große Verbrauchermärkte wie die USA, UK, Frankreich oder Deutschland eher profitieren, wobei es Irland und anderen Steueroasen dann eher an den Kragen gehe. Apple, das mit der EU über einen Steuerbescheid in Höhe von 13 Milliarden Euro streitet, hat sich bisher nicht dazu geäußert. Amazon, das 250 Millionen Euro Steuern in Luxemburg nachzahlen soll, nannte die Vorschläge der OECD jedoch einen "großen Schritt nach vorne".

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