1050560

OpenDocument wird ISO-Standard

04.05.2006 | 10:33 Uhr

Die International Organization for Standardization (ISO) hat das Open Document Format for Office Application, kurz OpenDocument oder ODF, als internationalen Standard verabschiedet.

ODF als Standard fĂŒr BĂŒrodokumente wird von der Organization for the Advancement of Structured Information Standards ( OASIS ) verwaltet und vor allem von Microsoft-Rivalen wie Sun Microsystems und der IBM als Alternative zu den proprietĂ€ren Formaten von Microsofts dominierendem Office-System propagiert.

Microsoft hat aber auch eingesehen, dass es seine BĂŒrodateien öffnen muss. Das aktuelle Office-Paket unterstĂŒtzt alternativ bereits die Speicherung von Dateien im XML-Klartext (Extensible Markup Language). Mit dem kommenden "Office 2007" wird XML sogar Standard. Der Redmonder Konzern hat dazu seinen eigenen Dokumentenstandard "Office Open XML" entworfen, der ebenfalls von der ISO abgesegnet werden soll. Das schon lĂ€nger etablierte OpenDocument habe man nicht verwenden können, weil sich damit nicht alle Features Ă€lterer Office-Dateien abbilden ließen und AbwĂ€rtskompatibilitĂ€t oberste PrioritĂ€t habe, erklĂ€rte Microsoft (siehe "Warum Microsoft ein eigenes XML-Format fĂŒr Office will" ).

Die OpenDocument Format Alliance , in der sich mehr als 150 Unternehmen und Institutionen zusammengetan haben, hofft jedenfalls, dass die ISO-Standardisierung dem Standard neuen Schub verleiht. Unter anderem unterstĂŒtzen OpenOffice.org, das darauf basierende StarOffice sowie KOffice und IBMs Workplace das Format. Es steht allerdings zu befĂŒrchten, dass es sich gegen Microsofts Markt- und Marketingmacht nicht auf breiter Front durchsetzen kann. Zum Leidwesen aller Computernutzer, die einmal mehr darunter leiden mĂŒssen, dass sich rivalisierende Anbieter nicht auf einen gemeinsamen offenen Standard haben einigen können. (tc)

Macwelt Marktplatz

1050560