2604073

Parallels Desktop 17: Neue Version bringt Windows 11 auf den M1-Mac

10.08.2021 | 06:11 Uhr | Stephan Wiesend

Die neue Version von Parallels 17 bietet erstmals Unterstützung von Windows 11 und bietet dies sogar nativ auf Apples M1-Macs – zumindest für die ARM-Versionen von Windows.

Ist man als Mac-Anwender auf Windows angewiesen – etwa weil es eine Spezialsoftware nur für den PC gibt, stehen auf Intel-Macs gleich vier Alternativen zur Wahl: Bootcamp und eine der Virtualisierungslösungen Virtual Box, Parallels und Vmware Fusion. Auf dem M1-Mac scheidet allerdings Bootcamp aus und auch Virtual Box und Vmware haben bisher keine ARM-Version ihrer Apps vorgestellt. Hier hat Parallels die Nase vorn und bietet seit  Parallels Desktop 16.5 native M1-Unterstützung. Die neue Version 17 geht dabei noch einen Schritt weiter: Neben zahlreichen Verbesserungen und neuen Funktionen wird erstmals auch das kommende Windows 11 unterstützt – sowohl auf Intel- als auch M1-Macs.   

Monterey und Windows 11

Bei Erscheinen der finalen Version soll Parallels Desktop sowohl auf einem Mac mit macOS 12 Monterey laufen, auch als virtuelles System wird man die kommende Mac-Version nutzen können – etwa um die Funktionen vorab zu testen. Die aktuell verfügbaren Preview-Versionen von Monterey und Windows 11 kann man sogar direkt über den Installationsassistenten von Parallels installieren und nutzen. Bei der Unterstützung von Monterey gibt es aber noch Einschränkungen. Das gerade erst vorgestellte Windows 11 wird sowohl auf Intel- als auch M1-Macs unterstützt. Ein Problem, das die Entwickler dabei lösen mussten: Die neue ARM-Plattform erforderte viele Anpassungen, auch für die Kompatibilität mit Windows 11 mussten einige Hürden überwunden werden. So setzt Windows 11 ein Hardwaremodul namens TPM voraus, das die Systemsicherheit erhöht. Dieses Modul gibt es in der Intel-Version schon länger, nun kann es erstmals die ARM-Version von Parallels Desktop bieten.

Die neue Version unterstützt Drag-and-Drop zwischen den beiden Systemen.
Vergrößern Die neue Version unterstützt Drag-and-Drop zwischen den beiden Systemen.
© Parallels

Bessere Leistung

Zusätzlich zu der Unterstützung der neuen Systeme bietet die neue Funktion eine verbesserte Leistung. Die für viele Windows-Programme wichtige OpenGL Grafikleistung soll sich um bis zu den Faktor 6 verbessert haben, auch die 2D-Grafikverarbeitung ist laut Hersteller um 28 Prozent beschleunigt worden. Ein neuer Display-Treiber soll außerdem das Gaming-Erlebnis verbessern: Viele Spiele laufen nun mit höherer Bildfrequenz, was das Spielerlebnis deutlich verbessert.

Auch alltägliche Aufgaben wie das Fortsetzen von Windows, Linux und macOS soll um 38 Prozent schneller sein. Bei M1-Macs wurde der Start von Windows 10 ARM um 33 Prozent beschleunigt, die Datenspeicherperformance um 20 Prozent und die DirectX11-Leistung um 28 Prozent. DirectX 12 wird noch nicht geboten.

Neue Funktionen

Gut für Notebook-Nutzer: In der neuen Version kann ein virtuelles System den Akkustand erkennen und gegebenenfalls seinen Energiesparmodus aktivieren. Der erstmals auch auf M1-Macs zur Verfügung stehende TPM-Chip ermöglicht dabei die Nutzung von Bitlocker und Secure Boot. Weitere Verbesserungen betreffen die Produktivität: Der sogenannten Coherence Modus wurde erweitert, so kann man jetzt per Drag-and-Drop Inhalte zwischen der (virtuellen) Windows-App und einer Mac-App austauschen.

Neu ist zudem die Unterstützung von USB 3.1, bisher wurde nur USB 3.0 unterstützt, was weitere Peripheriegeräte kompatibel macht. Auch der Platzbedarf von sogenannten Snapshots kann nun erstmals angezeigt werden: Diese Snapshots speichern ältere Systemzustände und konnten bisher unerkannt viel Speicherplatz belegen. Bei der Konfiguration einer virtuellen Maschine kann ein Nutzer die Zahl der CPU-Kerne und Arbeitsspeicher selbst auswählen, Unterstützung bietet dabei eine neue Automatik: Die App analysiert das Gastsystem und schlägt eine bestimmte Konfiguration vor.

Die für den Mac passende Konfiguration kann automatisch gewählt werden.
Vergrößern Die für den Mac passende Konfiguration kann automatisch gewählt werden.
© Parallels

Mehr Optionen für Unternehmen und Entwickler

Für die an Unternehmen adressierten Versionen Pro und Business gibt es weitere neue Funktionen. So kann man hier erstmals verknüpfte Klone in eine eigenständige Maschine umwandeln und nun auch auf M1-Macs ein spezielles  Visual Studio Plug-in von Parallels nutzen – mit dem man beispielsweise bequem eine neue App unter Windows 10- und Windows 11-Maschinen testen kann.

Erstmals unterstützt Desktop Business zudem, dass ein Unternehmen vorkonfigurierte virtuelle Maschinen sowohl für M1-Macs als auch Intel-Macs bereitstellt. Auch die Bereitstellung von Parallels Desktop selbst ist jetzt mit einem einzigen Paket möglich.

Preise und Verfügbarkeit

Die neue Version ist ab sofort verfügbar, die Preise bleiben unverändert, Parallels Desktop in drei Versionen verfügbar: Desktop, Desktop für Mac Pro und Desktop für Mac Business Edition. Die Standard-Version kostet 80 Euro pro Jahr , die besser ausgestatteten Pro Edition und Business-Edition 100 Euro pro Jahr. Die Standard-Version ist als einzige auch als unbefristete Lizenz zu haben und kostet dann 100 Euro. Ein Upgrade von einer früheren Version ist für 50 Euro zu haben.

Zusätzlich zur neuen Parallels-Version gibt es neue Versionen von Parallels Toolbox und Parallels Access. Bei den Abo-Versionen gehören die Tools zum Lieferumfang.

Macwelt Marktplatz

2604073