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Patent: Blutdruckmessung mit der Apple Watch

23.04.2021 | 14:34 Uhr | Peter Müller, Halyna Kubiv

Ein neues Patent von Apple beschreibt eine interessante Methode, den Blutdruck per neuronalem Netzwerk zu schätzen.

Von einer Apple Watch, die Blutdruck ohne eine Manschette messen kann und das auch dauerhaft, träumen wir schon lange. Mit optischen Methoden ist das prinzipiell möglich, offen bleibt, wie weit sich die Technik miniaturisieren und effizienter machen lässt. Apple arbeitet laut eines nun veröffentlichten Patents aber auch an anderen Technologien zur Erfassung des Blutdrucks. Dabei nutzte man ein tragbares Gerät, das sich mit der Apple Watch oder dem iPhone koppeln lasse und aus seismokardiografischen Daten und der Hilfe neuronaler Netzwerke den Blutdruck ermitteln kann. Wo genau das Wearable die Erschütterungen durch den Herzschlag messen soll, ist offen, derartige Techniken für Brustgurte gibt es bereits.

Primär geht es bei Apples Patent nicht um die konkrete Technologie der Messung, sondern darum was danach passiert: denn laut den Entwicklern soll anhand der Referenzdaten gemessen mit einer herkömmlichen Manschette gleichzeitig mit alternativen Messungen, sei es per Brustgurt oder mit dem Beschleunigungssensor einer Apple Watch ein neuronales Netzwerk trainieren, das in Zukunft genaue Blutdruckwerte schätzen kann. Dafür haben Apples Ingenieure dreizehn Probanden gefunden, sie bei unterschiedlichen Nicht-Tätigkeiten wie Sitzen, Tippen, Telefonieren etc. beobachtet und in regelmäßigen Abschnitten mittels Referenz-Manschette und mit einem Brustgurt sowie mit anderen Gadgets den realen Blutdruck und die seismokardiografische sowie Bewegungsdaten gemessen.

Die grundlegende Idee in diesem Patent konzentriert sich nicht auf den Methoden, mit denen man den Blutdruck misst oder schätzt, sondern auf neuronale Netzwerke, die diese Daten auswerten. Die Entwickler wollen damit beweisen, dass ein individuell trainiertes neuronales Netzwerk recht zuverlässige Schätzungen zu einem biometrischen Parameter wie Blutdruck liefern kann. Als eine hilfreiche Nebenbedingung weisen die Autoren darauf hin, dass im Ruhezustand der Mensch einen relativ konstanten Blutdruck aufweist.

Wenn die Idee bei Apple weiter verfolgt wird, kann sich daraus eine App entwickeln, die anhand von mehreren Anfangsmessungen den Blutdruck relativ genau schätzen wird, ohne zusätzliches Zubehör.

Schon jetzt kann man in iOS ansatzweise personalisierte Algorithmen finden: So muss der Nutzer bei "Hey, Siri" zunächst einige Sätze laut aussprechen, damit das Gerät seine Stimme "trainieren" kann. Danach reicht es nur "Hey, Siri" und der digitale Assistent schaltet sich ein.

Apple arbeitet seit einiger Zeit an Blutdruckmessung-Methoden für seine Geräte, über die wir in der Vergangenheit bereits berichteten:

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