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Patent: Macbook-Gehäuse wird zu Tastatur und Trackpad

04.04.2021 | 09:00 Uhr | Stephan Wiesend

Neue Patentanmeldungen durch Apple weisen auf kommende Macbooks mit innovativen Bedienfunktionen hin. Ob daraus je ein Produkt wird, weiß heute vermutlich noch nicht einmal Apple.

Update vom 31.03.2021

Patente einer Firma hängen oft thematisch miteinander zusammen, so hat Apple für Eingabegeräte eine ganze Serie an Patenten erhalten. Sehr viel Ähnlichkeit mit dem von uns erst vor zwei Wochen vorgestellten Patent  (siehe unten) ist eine neue Veröffentlichung vom 30.3.2021, die sogar von den gleichen Entwicklern stammt.

Das neu gewährte Patent US 10,963,118 B2 bezieht sich auf ein „Configurable force-sensitive input structure for electronic devices“. Die Eingabefläche – dort wo sich bei einem Notebook bisher Tastatur und Trackpad befinden – soll eine einzige Kontaktfläche aus Metall besitzen, über die Eingaben erfolgen – wie bei Tastatur und Trackpad. Unter dieser Oberfläche sind zwei weitere Schichten für die Erfassung von Eingabe und die Ansteuerung verbaut. Eine dem Druck nachgebende Schicht könnte dabei für den Nutzer eine Feedback-Möglichkeit für die Eingabe bieten. Kleine lichtdurchlässige Löcher in der Metalloberfläche würden die Darstellung von Tasten oder Begrenzungen ermöglichen – sich aber anpassen lassen.

Interessant ist dabei, dass laut Patent der Nutzer die Eingabefläche selbst konfigurieren kann. Statt einer Tastatur ließe sich die komplette Oberfläche etwa als Nummerntastatur oder Trackpad nutzen.

Die Vielzahl von Patenten zu ähnlichen Themen, ist für Beobachter verwirrend, hat aber wohl rechtliche Gründe und liegt an der langen Entwicklungszeit. So hat Apple  dieses „neue“ Patent ursprünglich schon 2015 eingereicht und es ist sogar älter als das bereits vorgestellte Patent.

Die "Tastaturfläche" kann auch zu einem großen Trackpad werden.
Vergrößern Die "Tastaturfläche" kann auch zu einem großen Trackpad werden.
© Apple

Usprünglicher Artikel vom 16.03.2021

Bei einem iPhone ist es fast schon selbstverständlich, dass das ganze Gehäuse als Bedienoberfläche dient: Ein Anruf wird durch Vibrieren angezeigt, durch das Antippen der iPhone-Rückseite kann man Aktionen starten und statt einer echten Bedientaste sorgt immer öfter eine Taptic Engine für haptischen Feedback.

Wie eine neue Patentschrift von Apple zeigt, (US 10,942,571) könnte bei kommenden Macbooks ebenfalls das ganze Gehäuse zu einer Art Touchpad werden. Die jetzt veröffentlichte Patentschrift beschreibt nämlich ein „Laptop computing device with discrete haptic regions“. Das Prinzip ist wohl Folgendes: Das Trackpad unterhalb der Tastatur fällt weg und der komplette Bereich unterhalb der Tastatur wird zur Touchfläche. Der Bereich wird beispielsweise in drei Bereiche aufgeteilt, die wahlweise als Trackpad dienen können – oder beim Tippen als Handballenauflage dienen. Eine Taptic Engine sorgt dabei für haptischen Feedback, etwa das Klickgefühl bei einer Aktion. Welche der Flächen dabei für Ausgaben und Eingaben aktiv wird, wird offenbar durch die Art der Eingabe erkannt. So nutzen Apples Trackpads schon lange eine ausgefeilte Handballenerkennung, um Fehleingaben zu erkennen. Dabei ist die Nutzung nicht auf die Fläche unter der Tastatur begrenzt: Auch die Flächen neben der Tastatur oder am Displayrahmen lassen sich für Eingabe oder für Feedback nutzen.

Auch die Flächen neben der Tastatur könnten zur Befehlseingabe dienen.
Vergrößern Auch die Flächen neben der Tastatur könnten zur Befehlseingabe dienen.
© Apple

Auch ein Grund für diese neue Funktionalität wird genannt: Elektronische Geräte werden immer kompakter und funktionsreicher, wodurch die Fläche für Ein- und Ausgabe immer kleiner wird. So hat Apple erst vor Kurzem ein Patent für ein besonders kompaktes faltbares Display vorgestellt – das anscheinend für eine Art Notebook gedacht ist. Und erst vor wenigen Wochen haben wir ein Patent für Macbooks mit Lade-Flächen für iPhones vorgestellt.

Unsere Meinung

Die Idee, dass das ganze Gehäuse zum Trackpad wird, hat ihren Charme. Gerade bei einem sehr kleinen Notebook wäre eine solche Funktion sicher sinnvoll, bei einem faltbaren Display könnte man es etwa weit flexibler nutzen. Wann und ob Apple dieses Patent allerdings einsetzt, ist noch völlig ungewiss. Laut Statista bekam Apple allein 2020 schließlich 2791 Patente zugesprochen, viele davon werden wohl nie in einem fertigen Produkt zum Einsatz kommen. Zumindest für 2021 erwarten wir noch herkömmliche Notebooks von Apple.

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