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Patent: So könnten Apples Air Tags funktionieren

28.08.2020 | 14:15 Uhr | Halyna Kubiv

Seit mehreren Monaten gibt es Hinweise auf ein neues Produkt bei Apple: Kleine Tracking-Geräte, die helfen, verlorene Sachen wiederzufinden.

Vor einem Tag hat die US-amerikanische Behörde USPTO zwei Patente von Apple freigegeben, die sich rund um die möglichen Tracking-Geräte drehen, die bereits seit einiger Zeit durch die Gerüchteküchen ziehen. " Multi-Interface Transponder Device – Power Management " und " Multi-Interface Transponder Device – Altering Power Modes " (via " Appleinsider ") beschreiben vor allem das Batterie-Management in den kleinen Geräten. Die Erfinder rund um James Foster weisen zunächst auf die Nachteile bereits existierender Tracking-Geräte zur Auffindung verlorener Gegenstände hin: Entweder nutzen sie eine stromsparende Datenübertragung wie NFC (Near Field Communication), die Reichweite solcher Signale übersteigt aber selten ein paar Meter. GPS, WLAN oder Mobilfunk sind deutlich leistungsstärker, verbrauchen aber dabei mehr Strom. Ein Kompromiss zwischen der Reichweite und langen Akkulaufzeiten, – im Patent spricht Apple von mehreren Monaten (Absatz 0114 im Patent 20200275369 ), – wollen die Erfinder mittels einer Datenübertragung per UWB und smartes Batterie-Managements lösen.

Dabei setzt Apple auf die gesamte Infrastruktur von iOS- und macOS-Geräten mit "Find My"-APIs. Fremde iPhones sollen dabei helfen, das Signal von verloren gegangenen Gegenständen anonym an den Besitzer zu übertragen und auf den Ort hinweisen, wo sich der Gegenstand befinden kann. Apple Air Tag, wie das neue Gerät getauft wurde, besteht aus einer rudimentärer Platine mit einem Prozessor, Licht- und Bewegungssensoren, einem Datenübertragungsmodul und einer Batterie. Als mögliche Anwendung kann das Gerät an seinem Host, also an eine Geldbörse, Schlüsselbündel oder eine Tasche befestigt werden.

Damit die eingebaute Batterie im Air Tag so lange wie möglich hält, haben die Entwickler mehrere Modi im Verlauf eines Tages vorgesehen: Der Bewegungssensor kann feststellen, ob das Gerät sich noch an seinem Host befindet, hierbei wird ein sogenannter "Ultra-Low Power Mode" aktiviert, in dem das Gerät in längeren Zeitabschnitten die Daten zu seinem Standpunkt aussendet. Wenn das Programm auf dem Air Tag anhand des aktuellen Standortes und seiner Geschwindigkeit feststellt, dass der Host womöglich verloren gegangen ist, wird eine "aggressive" Übertragung der eigenen Daten gestartet: Das Gerät sendet in kürzeren Zeitabschnitten seinen Standort. Die Annahme ist hier, dass der Nutzer gerade danach aktiv sucht. Das Air Tag kann dann seine Standortdaten huckepack per benachbarte fremde iPhones übermitteln. Die Erfinder gehen davon aus, dass das System eine Genauigkeit von einem Meter gewährleisten kann (Absatz 4 und 9 im Patent 20200275369). Einen gesonderten Modus haben die Entwickler für die Aussteigen-Situation vorgesehen: Der Bewegungssensor im Gerät kann feststellen, ob der Zug, das Auto oder der Flieger gerade zum Halt gekommen ist, das Tag wird aufgeweckt und sendet öfter seinen Standort aus. So kann der Nutzer seine verlegte Tasche oder das iPhone in dem Rücksitzfach schneller finden, bevor er das Transportmittel verlässt.

Wie immer bedeutet ein Patent noch längst keine Produktvorstellung in der nächsten Zukunft, dass Apple aber mit seinem Tracking-System für verlorene Gegenstände ernst meint, hat der Entwickler auf der WWDC 2020 bestätigt: Ab iOS 14 wird das "Find My" für Dritt-Hersteller offen , auch Produkte wie Tiles & Co. können so über iPhones gefunden werden.

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