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Patent: iPhone-Bildschirm nur mit Brille sichtbar

12.11.2021 | 09:40 Uhr | Peter Müller

Perfekt vor neugierigen Blicken würde die Technologie schützen, die sich Apple patentieren lassen will. Kaufargument für die AR/VR-Brille?

Was auf dem iPhone passiert, bleibt auf dem iPhone, verspricht Apple und versucht das mit diversen Maßnahmen zum Schutz der Daten und der Privatsphäre zu erreichen. Was das iPhone aber auf seinem Bildschirm zeigt, kann für neugierige Dritte einsehbar sein, eine Sicherheitslücke, die nur schwer zu schließen ist. Folien, die den Einblickwinkel reduzieren und damit Luren von der Seite verhindert, versagen, wenn der Spion über die Schulter schaut.

Aber Apple wäre nicht Apple, hätte es auch nicht dafür eine Idee. Patently Apple erklärt ein kürzlich aus Cupertino beim US-Patentamt eingereichtes Patent über eine Kombination aus grafischem Output und einer Brille, die benötigt wird, um diesen zu sehen . Das optische Verschlüsseln der Bildschirminhalte, die nur von der passenden "Private Eyeware" entschlüsselt werden können – also verschwommene Bilder, die die Brille dann wieder scharf stellt – ist Teil einer weit umfassenderen Technologie. Die Face-ID erstellt darin unterschiedliche Nutzerprofile und passt den Output auf dem Screen jeweils den Sehstärken der Nutzenden an, respektive daran, welche Brille sie gerade tragen und ob überhaupt eine Sehhilfe zu erkennen ist. Das klingt beinahe ein wenig so wie das "Fielmann-Kontrollfeld", das der damalige Aprilscherzbeauftragte für die Macwelt-Ausgabe 4/1996 erfunden hat. Diese fiktive Systemeinstellung aus klassischen Zeiten versprach, den Bildschirm zu korrigieren, dass die Brille überflüssig wurde (siehe unten). Leute mit Brillengläsern wie Flaschenböden wie der Autor dieses Artikels dürfen aber kaum erwarten, ohne Brille etwas auf dem iPhone lesen zu können, wenn sie es sich nicht direkt vor die Nase halten.

Das große Ding für AR/VR?

Wer indes dank optischer Korrektur verschwommenen Text auf dem iPhone lesen kann, wird rund um das Gerät herum vor allem verschwommen sehen – ist also nicht geeignet, um im Gehen zu lesen. Interessant könnte die Sache aber werden, kombiniert man sie mit der AR/VR-Brille, die Apple irgendwann in den 20ern bringen dürfte. Erkennt Face-ID die Brille auf der Nase, könnte das iPhone seine Inhalte direkt auf die Gläser spielen, der Bildschirm bliebe dann für andere schwarz. Sicherheit als Kaufgrund für eine AR/VR-Brille, das wäre mal ein neuer Kaufgrund.

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