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"Plattenfirmen brauchen neue Konzepte"

24.08.2001 | 00:00 Uhr |

Thomas Wendt, ehemaliger Steinberg-Pressesprecher stand Macwelt auf der Fachmesse Popkomm Rede und Antwort. Der freie Berater sieht durch das Internet eine komplette Branche in einen Umbruch gezwungen.

Die Popkomm, das größte Musikbranchentreffen weltweit, ist eine seit 1989 jährlich stattfindende Kommunikationsmesse. Sie bietet mit ihren Bereichen Messe, Kongress und Festival die Präsentationsplattform für internationale Schallplattenfirmen, Musikverlage, Musikagenturen, "dot-coms" sowie die angrenzenden Wirtschafts- und Kommunikationsbereiche wie Werbeagenturen und für das gesamte Medienspektrum. Die Popkomm fand in diesem Jahr zum dreizehnten Mal statt. Auf dem Messegelände in Köln trafen wir Thomas Wendt, vormals Pressesprecher von Steinberg und derzeit freier Berater.

Was machen Sie im Moment?


Nach meiner Full-Time Tätigkeit für Steinberg als PR Manager und Pressesprecher war es an der Zeit wieder etwas in die praktische Welt der Software und der Musik einzutauchen. Ich "fahre" im Moment einen gesunden Mix aus aktivem produzieren von Musik und Beratung hinsichtlich Kommunikation, Marketing und Produktdesign für verschiedene Unternehmen aus der Musikbranche. Natürlich weiterhin sehr intensiv für und mit Steinberg, die Propellerheads aus Schweden und Wizoo Publishing.

Wie ist die Situation von Musik und Internet in diesem Jahr?


Ich war Ende 1999 direkt beim Aufbau des Music Delivery Service Besonic dabei und habe dort die Start Up Kommunikation organisiert und umgesetzt. Dadurch habe ich die Entwicklung hautnah miterlebt. Dazu kommt, dass ich einfach mein eigenes Musikprojekt "SheBaeng" dazu "Missbrauche" die allgemeine Lage im Markt und die neuen Technologien zu testen. Und ich kann sagen, dass vieles, was die Branche prognostiziert oder vielmehr erhofft hat, doch eingetreten ist. Die Menschen lieben Musik, die Menschen lieben Musik im Internet. Doch leider freut das in erster Linie die Hersteller von CD-Rohlingen, CD-Brennern und die Online Provider, die Plattenfirmen haben mit Umsatzeinbußen zu kämpfen. Die Lösung liegt hier sicher im Wandel. Wer heute erfolgreich Musik verkaufen will, käme sicher nicht auf die Idee das mit der Produktion von Tonträgern zu versuchen. Die Plattenfirmen müssen neue Konzepte entwickeln um Musik zu verkaufen. Einen Tonträger zu verkaufen ist relativ einfach. Doch der Tonträger ist heute nicht mehr relevant. Es ist nur noch ein kleiner Aspekt im Mix der Wertschöpfung rund um ein Musikprodukt. Es gibt immer noch viele Möglichkeiten um erfolgreich zu werden.

Was können wir von Steinberg in nächster Zukunft erwarten?


In diesen Tagen kommt das neue USB Midi-Interface Midex 8 für Mac auf den Markt. Damit steht die Linear TimeBase Technologie auch allen Cubase Usern auf dem Mac zur Verfügung. Für das neue Nuendo Postproduktionssystem kommt im September die Surround Edition. Das sind Mastering PlugIns für Nuendo um in Surround Sound Mixen und Mastern zu können. Damit ist es möglich, in Top Qualität für DVD zu produzieren. dann erscheint im Spätherbst noch neue Recording Hardware. Doch dazu mehr wenn es soweit ist.

Das Interview führte Wolfgang Weniger

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