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Polizei in NRW erhält 22.000 spezialisierte iPhones

21.01.2020 | 12:56 Uhr | Thomas Hartmann

Das Herzstück der neuen Geräte für den Polizeieinsatz bilden drei Hauptprogramme (Apps): Polizeimessenger, Auskunfts-App und Scanfunktion.

Ob Unfälle aufnehmen, Auto-Kennzeichen abgleichen oder Führerscheine scannen: Für Polizisten soll das Smartphone schon bald ein nicht mehr wegzudenkendes Instrument im täglichen Einsatzdienst sein, heißt es in einem Artikel des Polizeiportals ” Polizei – Dein Partner ” der Gewerkschaft der Polizei.

Fast wie Whatsapp

Demnach sollen bis Frühjahr dieses Jahres alle Polizeibehörden in Nordrhein-Westfalen mit insgesamt 22.000 spezialisierten iPhones ausgerüstet werden. Diese sind auf den Polizeialltag genau abgestimmt. So bietet der Polizeimessenger einen Whatsapp-ähnlichen Nachrichtendienst. Damit ist es den Beamtinnen und Beamten möglich, wie Tim Probst, Polizeioberrat und Projektleiter mobi.kom beim Landesamt für zentrale polizeiliche Dienste (LZPD) in Nordrhein-Westfalen erläutert, hochsensible Daten wie Dokumente, Bilder, Videos, Sprachnachrichten, Standorte sowie priorisierte Nachrichten vollverschlüsselt zu versenden, wodurch die Beamten deutlich leichter, schneller und effizienter mit anderen Einheiten kommunizieren können. Dazu gehört auch eine eingebaute SOS-Funktion über einen Notfallbutton: In brenzligen Situationen können die Einsatzkräfte über den Messenger einen Alarm absetzen und falls nötig, Verstärkung anfordern.

Führerschein per Handy überprüfen

Mit der Auskunfts-App lassen sich personenbezogene Daten wie etwa Halterdaten mit dem polizeilichen Datenbestand abgleichen, wodurch eine umständliche Funk-Abfrage bei der Leitstelle entfällt. Und mithilfe der dritten App, der Scanfunktion, können die Polizistinnen und Polizisten Ausweisdokumente oder Führerscheine direkt über die Handykamera einscannen. So erfahren die Einsatzkräfte innerhalb von Sekundenbruchteilen, ob ein Auto gestohlen ist oder ob gegen eine aufgegriffene Person etwas vorliegt.

Zusätzlich zu den drei Kernprogrammen stehen den Beamten diverse weitere Apps zur Verfügung, darunter E-Mail, Intranet, Presseportal oder die Warnapp NiNA.

Nach der achtwöchigen Testphase mit rund 250 iPhone 8 unter anderem in Dortmund fielen die Rückmeldungen insgesamt sehr positiv aus:. „Die Kollegen sind begeistert und geradezu heiß auf die neue Technik“, so Projektleiter. Auch der Echtbetrieb verlaufe bislang ohne größere Schwierigkeiten.

Polizei in NRW geht Digitalisierung weiter an

Weitere Optimierungen an dem polizeilichen App-Betrieb auf den spezialisierten iPhones sind geplant. Und auch in Zukunft möchte man die Digitalisierung des Polizeidienstes vorantreiben. Dafür investiert das Land Nordrhein-Westfalen bis 2020 rund 50 Millionen Euro. Zu den nächsten geplanten Apps gehört etwa eine solche zur Identitätsfeststellung durch Fingerabdrücke. Es klingt so, als wäre die Polizei in NRW für die digitale Zukunft bereits gut aufgestellt.

Polizei in Bayern und in Österreich setzt schon länger auf iPhones . Die Münchner verwenden jedoch noch iPhone 6 und iPhone 7, schließlich ist das Projekt im südlichen Bundesland bereits Mitte 2017 gestartet.

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