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Polizei warnt: Immer neue Betrugsmaschen mit Coronavirus

20.03.2020 | 08:55 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Die Polizei warnt vor einer Vielzahl unterschiedlicher Betrugsmaschen in Zusammenhang mit dem Coronavirus. Die Details.

Update 20.3.: Die unten beschriebene Abzockmasche mit den angeblichen Onlineshops existiert nach wie vor. Es gibt aber auch neue Betrugsmaschen in Zusammenhang mit dem Coronavirus, wie die Polizei warnt.

So kursieren Spammails , die Atemschutzmasken zu Sonderangebotspreisen anbieten. In Online-Kleinanzeigen wiederum werden Produkte, die derzeit in den GeschĂ€ften, Apotheken und gesundheitlichen Einrichtungen nicht oder nur noch knapp vorrĂ€tig sind (z.B. Desinfektionsmittel) deutlich ĂŒberteuert angeboten. Auch hier ist mit betrĂŒgerischen Verkaufsanzeigen zu rechnen, die auf die Angst und Not der anderen setzen, wie die Polizei warnt.

Es kursieren zudem Phishingmails , die im Namen von Banken vorgeben, man mĂŒsste aus SicherheitgrĂŒnden in Bezug auf den Corona-Virus mehrere kleine Filialen schließen. Um den weiteren reibungslosen Verlauf zu gewĂ€hrleisten, solle der per Mail Angeschriebene seine persönlichen Daten aktualisieren. Wer das macht, liefert Onlinegangstern seine Zugangsdaten aus.

Auch die bekannte Microsoft-Support-Betrugsmasche (bei der jemand anruft und sich als Microsoft-Supportmitarbeiter ausgibt um Zugang zum PC den Angerufenen zu bekommen) wird fĂŒr Corona ausgenutzt. Die Anrufer geben vor von "My IT Department" from „my“ Company" zu stammen. Mit Rufnummern wie z.B. 003490865519 versuchen die TĂ€ter und TĂ€terinnen auf Englisch mit indischem Akzent die Angerufenen dazu zu bewegen, um angeblich eine Fernwartungssoftware auf deren PCs zu installieren.

Weitere Betrugsmaschen in Zusammenhang mit Corona funktionieren auch ohne IT-Bezug. So klingeln TĂ€ter an der TĂŒr und geben vor, von der Polizei oder vom Gesundheitsamt zu sein. Man mĂŒsse angeblich einen Abstrich machen oder der Besuchte werde angeblich unter QuarantĂ€ne gestellt. Und schon sind die Diebe in der Wohnung.

Tipp der Polizei: Echt Gesundheitsmitarbeiter und Polizisten weisen sich entsprechend aus. Auch telefonische RĂŒckfragen mit der örtlichen Polizei und dem Gesundheitsamt sind jederzeit möglich und werden bei unerwarteten Besuch auch empfohlen. Nutzen Sie hierfĂŒr die Ihnen bekannten Rufnummern (z.B. aus Telefonbuch, Online-Telefonbuch). Auch wenn Sie zuvor telefonisch ĂŒber einen Besuch informiert werden, sollten Sie bei den örtlichen Behörden im Anschluss an das GesprĂ€ch zurĂŒckrufen. Legen Sie dafĂŒr den Hörer auf/beenden Sie bewusst das GesprĂ€ch. Lassen Sie sich nicht von "Freizeichen-GerĂ€uschen", die Ihnen die TĂ€ter von Band vorspielen vorgauckeln, wĂ€hrend die Leitung gehalten wird, dass Sie tatsĂ€chlich ein Freizeichen hören. Rufen Sie im Notfall selbst die 110 an. Idealerweise von einem ZweitgerĂ€t (z.B. Smartphone, Handy).

Lassen Sie keine Ihnen unbekannten Personen ins Haus/in die Wohnung! Alle Warungen der Polizei in Zusammenhang mit dem Coronavirus finden Sie hier. Update Ende

In immer mehr SupermĂ€rkten und DrogeriemĂ€rkten sind die Regale mit Desinfektionsmitteln leergekauft. Auch Atemschutzmasken werden zunehmend knapp. InternetbetrĂŒger nutzen die Angst vor dem Corona-Virus SARS-CoV-2 bereits seit einigen Tagen aus und haben einen gefĂ€lschten Online-Shop ins Web gestellt. Dort bieten sie dann Atemschutzmasken gegen die Viren an. Doch wer bei diesem Shop bestellt, bekommt nichts geliefert und sieht sein Geld nicht wieder. Davor warnt das Landeskriminalamt Niedersachsen.

Damit der Fake-Shop echt wirkt, verwenden die BetrĂŒger die Adresse eines tatsĂ€chlich existierenden Unternehmens als Absender. Dieses real existierende Unternehmen kommt aus Deutschland und ist auch fĂŒr diverse Apotheken zustĂ€ndig.

So sieht die Spammail mit dem gefälschten angeblichen Absender aus.
VergrĂ¶ĂŸern So sieht die Spammail mit dem gefĂ€lschten angeblichen Absender aus.
© polizei-praevention.de/aktuelles/fakeshop-nutzt-medienhype-um-corona-virus-aus.html

Um Internetnutzer zum „Kauf“ in dem gefĂ€lschten Online-Shop zu verleiten, verschicken die Ganoven Spam-Mails an zahlreiche MailempfĂ€nger. Wer dem Link folgt und entsprechende Atemschutzmasken bestellen möchte, landet auf einer Fake-Shop-Seite, die aber nichts mit dem dort angegebenen deutschen Unternehmen zu tun hat.

Die BetrĂŒger machen sich zunutze, dass die Atemschutzmasken in vielen Shops, Apotheken, BaumĂ€rkten usw. bald knapp werden könnten beziehungsweise bereits ausverkauft sind. Da viele Kunden aus Angst vor dem Corona-Virus SARS-CoV-2 die vorhandenen VorrĂ€te aufkaufen. Obwohl die Wirksamkeit von Mundschutz ĂŒberhaupt nicht erwiesen ist, wie das Robert-Koch-Institut betont.

Das Landeskriminalamt Niedersachsen erwartet, dass weitere Webseiten dieser Art folgen werden oder sogar schon existieren. Außerdem sind auch andere Artikel wie Einweghandschuhe oder Desinfektionsmittel als Lockmittel denkbar.

Wer eine Bestellung ĂŒber den Shop getĂ€tigt und gezahlt hat, sollte unverzĂŒglich seinen Zahlungsanbieter kontaktieren und versuchen, die Zahlung zu stoppen. Weiterhin sollte Anzeige bei der örtlichen Polizei erstattet werden.

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