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PowerPC - Der erste Übergang

24.01.2009 | 00:00 Uhr

PowerPC - Der erste Übergang

Xcode killt Code Warrior. Metrowerks war von Anfang an beim PPC dabei
Vergrößern Xcode killt Code Warrior. Metrowerks war von Anfang an beim PPC dabei

Der Power PC wurde nicht zuletzt wegen des sanften Übergangs vom 68k-Mac zum Erfolg, großen Anteil daran trug die Firma Metrowerks, die mit Code Warrior die erste Entwicklungsumgebung für die neuen Prozessoren herausbrachte. Auch Metrowerks blieb Apple lange treu, Code Warrior sollte zehn Versionen alt werden. Nach dem Intel-Switch musste Metrowerks seine Entwicklungsumgebung aber einstellen.

Apple und IBM waren sich über eine Fusion 1994 weitgehend einig, wie Owen Linzmayer in " Apple - streng vertraulich " schreibt. Spindler machte aber den Fehler, der ihn den Job kosten sollte: Auf das IBM-Angebot, den Laden für 40 US-Dollar pro Aktie (fünf US-Dollar mehr als der Tageskurs) und insgesamt 4,5 Milliarden US-Dollar zu kaufen, forderte Spindler 60 US-Dollar pro Aktie. IBM teilte die Lust Spindlers am Feilschen nicht und verließ den Bazar in der Nähe des Flughafens von Chicago. Fusion gescheitert.

Bratapfel: Nicht nur Powerbooks 5300 konnten Feuer fangen. 2006 war aber eher Sony die Schuld zu geben.
Vergrößern Bratapfel: Nicht nur Powerbooks 5300 konnten Feuer fangen. 2006 war aber eher Sony die Schuld zu geben.

Weitere Angebote sollten kommen: Canon bot 1995 54,50 US-Dollar pro Aktie - abgelehnt. Compaq, HP, Philips, Sony, Toshiba - keiner wollte Apple. IBM war gar nicht erst wieder an den Verhandlungstisch zurück zu bringen und übernahm für 3,5 Milliarden US-Dollar lieber den Softwarehersteller Lotus. Seither quält IBM Mac-Nutzer mit seiner Groupware, immerhin soll die auf der Macworld Expo angekündigte Fassung Lotus Notes 8.5 deutliche Verbesserungen bringen.

Bratapfel: Nicht nur Powerbooks 5300 konnten Feuer fangen. 2006 war aber eher Sony die Schuld zu geben.
Vergrößern Bratapfel: Nicht nur Powerbooks 5300 konnten Feuer fangen. 2006 war aber eher Sony die Schuld zu geben.

Ein weiteres Mal verschätzte sich Spindler grob: Das Weihnachtsgeschäft 1994 fiel für Apple weitgehend flach, denn die Nachfrage - vor allem nach den teuren Power Macs - überstieg das Angebot um das Doppelte. Performas hingegen musste Apple radikal verbilligen, der Lagerbestand erfuhr eine grobe Abwertung. Zu allem Überfluss erwies sich das Powerbook 5300 als Brenner, aber nicht im erhofften, sondern im wörtlichen Sinn: Nicht wenige Geräte fingen spontan Feuer. Mit Apple ging es abwärts. Mittlerweile hatte sich Sun Microsystems als möglicher neuer Mutterkonzern präsentiert. Vor einigen Jahren noch als möglicher kleinerer Partner angesehen, wollte die Firma von Scott McNealy Apple nun schlucken - für 23 US-Dollar pro Aktie. Sogar der langsam immer reicher werdende Steve Jobs und sein Kumpel Larry Ellison von Oracle waren als potentielle feindliche Übernehmer im Gespräch. Verzweifelt trat Spindler auf die Bremse, entließ noch mehr Leute und versprach, die Produktpalette zu entrümpeln. Doch mit den Power Macs kamen die Klone und noch mehr Verwirrung über Modelle und Typen über die Nutzerschaft. Spindler hielt sich noch bis 1996 im Amt, dank der Unterstützung des Aufsichtsratschefs Mike Markkula. Am 31. Januar 1996 war Spindlers Job beendet und das Aufsichtsratsmitglied Gil Amelio, damals President und CEO von National Semiconductors, übernahm das Ruder.

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