2433594

Amazon könnte Drohnen für Überwachungsflüge vermieten

24.06.2019 | 13:45 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Können Amazon-Kunden bald Drohnen zur Überwachung aus der Luft mieten? Ein jetzt genehmigter Patentantrag von Amazon beschreibt genau das. Die dafür nötige Drohne hat Amazon erst kürzlich vorgestellt: Prime Air.

Update 24.6.2019: Amazon-Drohne zur Überwachung mieten

Aus einem Patenteintrag geht ein optionaler Einsatzzweck für die Prime-Air-Drohne hervor. Der bereits 2015 eingereichte Patentantrag trägt den Namen "Unmanned aerial vehicle based surveillance as a service". Das United States Patent and Trademark Office (USPTO) hat den Patentantrag jetzt genehmigt.

Demnach könnte sich die Amazon-Drohne auch als Überwachungsdrohne für einen mittels Geofencing festgelegten Raum verwenden lassen und das überwachte Gebiet filmen. Amazon-Kunden könnten die Drohne dann für einen bestimmten Zeitraum für Überwachungsaufhaben mieten: für einige Stunden, Tage oder auch Wochen.

Die nötige Sensorausstattung muss Amazon an der Drohne ohnehin verbauen, damit diese autonom fliegen kann. Die Drohne besitzt also zahlreiche Kameras, darüber hinaus aber auch noch weitere Sensoren wie Wärmebildkameras, Laserscanner und sogar chemische Sensoren, wie aus dem Patentantrag hervorgehen soll.

Die Drohne könnte nach oder vor einem Lieferflug für diese zusätzliche Überwachungsaufgabe verwendet werden. Amazon selbst hat sich noch nicht geäußert, wann es derartige Überwachungsfunktionen tatsächlich anbieten könnte. Amazon sagte gegenüber The Independent nur, dass Patente nicht notwendigerweise die aktuelle Produkt-Roadmap von Amazon widerspiegeln würden. Amazon betont zudem, dass es Sorgen um Privatsphäre und Datenschutz sehr ernst nehmen würde. Update Ende

Originalmeldung vom 6. Juni 2019: Amazon hat seine neue Prime-Air-Drohne vorgestellt. Damit will Amazon seinen Kunden Waren binnen weniger Minuten nach Bestellung liefern.

Die Prime-Air-Drohne fliegt rein elektrisch bis zu 15 US-Meilen (knapp über 24 Kilometer) weit und kann bis unter 2,5 Kilogramm schwere Waren in weniger als 30 Minuten zustellen. Die Drohne kann wie ein Hubschrauber senkrecht starten und landen. Gleichzeitig soll die neue Drohne aber auch aerodynamisch wie ein Flugzeug fliegen können; hierzu benutzt sie ihren Rahmen wie Flügel. Sechs Rotoren treiben die mit Hilfe von KI autonom fliegende Drohne an.

Die mit einem sechseckigen Rahmen ausgestattete Drohne soll selbstständig auf sich ändernde Flugbedingungen und unerwartete Hindernisse reagieren können, selbst wenn die Internetverbindung unterbrochen ist. Sie kann hierzu selbstständig statische Objekte (beispielsweise einen Kamin) und bewegliche Objekte (zum Beispiel einen Paraglider) erkennen. Hierzu verbaut Amazon unter anderem eine Stereo-Kamera und rundum viele weitere Sensoren in der Prime-Air-Drohne.

Beim Empfänger muss ein kleiner Bereich frei von Hindernissen, Menschen und Tieren vorhanden sein, damit die Drohne sicher landen kann. Die Drohne soll beim Landeanflug mit Hilfe von KI-Algorithmen einen geeigneten Bereich selbstständig identifizieren können. Besonders schwierig sei es laut Amazon, dass die Drohne Kabel und in der Luft hängende Leitungen oder Wäscheleinen erkennt.

Die Drohne soll auch den Ausfall eines Rotors und teilweise sogar noch den Ausfall eines weiteren Rotors kompensieren können. Zur Not soll sie sogar ohne Motoreinsatz etwas segeln können. Die Drohne erzwingt im Zielgebiet keine Landung, sondern setzt nur dann auf, wenn am geplanten Landeplatz weder Lebewesen noch Gegenstände stören.

Amazon will in den nächsten Monaten mit den Test-Lieferungen beginnen. Wo die ersten Lieferflüge erfolgen sollen, verriet Amazon noch nicht.

Diese Youtube-Video zeigt die Prime-Air-Drohne im Flug

Macwelt Marktplatz

0 Kommentare zu diesem Artikel
2433594