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Profit gemacht oder Zeitpunkt verpasst?

10.03.2007 | 08:00 Uhr

Profit gemacht oder Zeitpunkt verpasst?

Steve Jobs hätte die Aktienoptionen sofort im Dezember einlösen können, wie er in einer Pflichteingabe der Form Q4 im Frühjahr 2003 der SEC berichtete. In der Regel lassen sich Aktienoptionen erst nach mindestens einem Jahr zu Geld machen, Steve Jobs hätte auf einen Schlag mehr als fünf Millionen US-Dollar durch die Rückdatierung erlösen können, wie CNN Money vorrechnet . Jobs verzichtete jedoch auf den warmen Geldregen und spekulierte auf weitere Zugewinne, nach einer Gewinnwarnung im Juni 2002 fiel der Kurs jedoch stark. Seine mittlerweile wertlosen Aktienoptionen ließ sich Jobs im März 2003 vom Apple-Aufsichtsrat in Vorzugsaktien wandeln.

Zwei Ex-Manager tragen die Verantwortung

Potentiell sind Vorwürfe, sich an rückdatierten Aktienoptionen bereichert zu haben, für Steve Jobs gefährlich, so haben Comverse, McAfee oder KB Home wegen ähnlicher Vorwürfe ihre CEOs entlassen, Klagen gegen Apple sind mehrere anhängig .

Eine interne Untersuchung Apples, die Ende Dezember ihre Ergebnisse vorlegte, schien die Angelegenheit aber zu erledigen – nicht jedoch für die SEC. Die Untersuchung hatte nebenbei auch die Abgabe des dritten Quartalsberichts verzögert, was Apple einigen Ärger mit der Börse Nasdaq einbrachte. Die Untersuchung kam zum Schluss, dass sich zwei ehemalige Manager Fehlverhalten vorwerfen müssen, jedoch keiner der aktuellen Top-Manager. Offiziell wurden die Namen nie genannt, doch Apples ehemaliger Finanzchef Fred Anderson legte während der Untersuchungen sein Amt nieder, schon zuvor war Apples Rechtsvorstand Nancy Heinen aus dem Amt ausgeschieden . Heinens Namen wird insbesondere im Zusammenhang mit gefälschten Unterlagen über das fiktive Board-Meeting vom Oktober genannt. Immerhin acht Jahre war Fred Anderson als CFO für die Finanzangelegenheiten von Apple zuständig, Juni 2004 hatte er seine Stelle an Peter Oppenheimer übergeben und einen Sitz im Aufsichtsrat übernommen. In seiner Amtszeit als CFO hat Apple alle fraglichen Aktienoptionen vergeben, die der Mac-Hersteller erstmals Ende Juni 2006 einräumte.

In einer Stellungnahme zum Abschlussbericht der Untersuchungskommission bat Apple-CEO Steve Jobs Aktionäre und Angestellte Apples für die entstandenen Probleme. Diese seinen "komplett untypisch für Apple". Die ausstehenden Maßnahmen werde man so schnell als möglich ergreifen und wolle Vorsorge tragen, dass " so etwas nie wieder passiert." Jobs räumte zudem ein, von den Rückdatierungen gewusst, aber nicht davon profitiert zu haben. Dass die anrüchige aber nicht illegale Praxis Auswirkungen auf die Bilanzen habe, sei ihm nicht bewusst gewesen.

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