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Projekt "Multitoe"

05.07.2010 | 06:34 Uhr |

Projekt "Multitoe"

Caroline Fetzer hat in Nutzerstudien für das Projekt mehr als 60 Personen dabei beobachtet, wie sie sich mit den Füßen auf dem interaktiven Boden bewegen. "Füße verhalten sich ganz anders als Hände", erkannte die 21-jährige Forscherin. "Sie können aber mehr, als wir denken und annähernd so präzise sein wie Hände." Fetzers Ergebnisse waren vor allem für die Gestaltung der Oberflächen für den interaktiven Fußboden wichtig.

Betreut wurde das Projekt "Multitoe" von Patrick Baudisch, der am HPI das Fachgebiet Human Computer Interaction leitet. "Wir wollen fünf bis zehn Jahre in die Zukunft schauen und fragen uns, welche Rolle dann ein interaktiver Fußboden spielen könnte", erklärte der Informatik-Professor. So sei es denkbar, diese Technik in Altenheimen einzusetzen. Über die Beobachtung der Fußbewegungen könne auch ohne eine unerwünschte Kamera-Überwachung überprüft werden, ob es den Bewohnern gut gehe. Schon jetzt können den Schuhsohlen auch die Profile bestimmter Personen zugeordnet werden.

"Multitoe" soll in den kommenden Jahren weiterentwickelt werden, die nächste Runde von Bachelor-Projekten ist schon geplant. "Mein persönliches Ziel ist es, den Studenten schon frühzeitig Forschungskarrieren aufzuzeigen", sagt Baudisch, der vor seinem Einstieg in Potsdam in einem Forschungslabor von Microsoft in Redmond gearbeitet hat. "Das habe ich aus den USA mitgebracht, dass man Studenten frühzeitig sehr ernst nimmt."

Beide "Multitoe"-Entwickler wollen nach ihrem Bachelor-Abschluss zunächst in der Forschung bleiben. "Ich möchte die Beziehungen zwischen Psychologie und Informatik ausloten", erklärt Caroline Fetzer, "um demnächst Technik entwickeln zu können, die für alle Benutzer einfach bedient werden kann."

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