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Qualcomm beschuldigt Apple der Industriespionage

26.09.2018 | 09:27 Uhr |

Eine neue Wende im Gerichtsstreit zwischen Qualcomm und Apple: Der Modem-Hersteller beschuldigt den Rivalen der Spionage.

Die Beziehungen von Qualcomm und Apple, die sich wegen Patentverletzungen und Preisdiktaten gegenseitig verklagt haben, erreichen nun einen neuen Tiefpunkt. Qualcomm wirft Apple vor , Geschäftsgeheimnisse über seine Mobilfunkmodems an Intel weiter gegeben zu haben, dessen Lösungen Apple in den neuen iPhones verbaut. Apple habe auf diese Weise den Anbieter ohne Einschränkungen wechseln können, während Qualcomm Umsatzverluste in Milliardenhöhe hinnehmen muss. Qualcomm trägt den Vorwurf in eine Eingabe an ein Gericht vor, meint es also ernst. Apple habe über Jahre hinweg hinterlistig Informationen von Qualcomm abgesaugt und der Konkurrenz weiter gegeben.

Der Grund der Klage sind zwei Lizenzverträge zwischen Apple und Qualcomm für die Software der mobilen Chips und für die Tools dafür. Apple wollte den Zugang zu dem Code haben, um die Programme und somit die Qualcomm-Modems besser an die iPhone-Hardware anzupassen. Qualcomm erhielt im Gegenzug strenge Auflagen, wie Apple diese Infos behandeln sollte: Nur auf bestimmten und streng bewachten Rechnern, nur bestimmte Angestellte konnten dafür Zugang erlangen. Dazu musste Apple einmal pro Jahr eine Überprüfung durch Qualcomm zulassen und jede Zeit eine Liste der Angestellten führten, die mit Qualcomm-Code in Berührung kamen.

Qualcomm argumentiert die Spionage-Vorwürfe damit, dass nach Intels Entlassungen im Sommer 2017 jemand auf einem Forum kommentiert habe, "Wir waren dazu angehalten, Urheberrechte zu ignorieren, als wir unsere Modems entwarfen. Es gab sogar eine Verschwörung, Qualcomms Technologie zu kopieren, indem wir Hinweise von Apple über ein "Referenzgerät" erhielten. Qualcomm hat Apple gebeten, diesen Vorfall zu untersuchen, hat jedoch eine Absage erhalten.

Dazu führt Qualcomm in der Anklageschrift auf, Apple habe die Auflagen der Lizenzverträge nicht angehalten. Im Februar habe man sich für eine Inspektion angemeldet, Apple habe diese verweigert, mit dem Hinweis, drei Wochen seien zu kurz für die Vorbereitung auf den Besuch. Dazu beklagt sich Qualcomm, Apple liefere die Berechtigten-Listen nicht rechtzeitig und nicht vollständig.

Als eine weiteren Punkt in der Anklage führt Qualcomm auf, Apples Angestellte hätten ein Teil der Logdateien des Qualcomm-Modems an Ingenieure von Intel weitergegeben.

Die neue Anklage will Qualcomm mit dem bereits geführten Gerichtsstreit mit Apple zusammenführen. Die erste Sitzung zu dem Verfahren findet am 26. April 2019 statt.

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