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Qualitätstest am Windows-PC

25.11.2006 | 09:00 Uhr

Qualitätstest am Windows-PC

Labortests sind teuer. Geeignete Geräte von Datarius oder Cats kosten um die 30 000 Euro und sind nur für große Testlabore sinnvoll. Will man von einem Labor wie Audiodev die Qualität eines CD-Rohlings testen lassen, muss man etwa 150 Euro investieren – pro Rohling. Es gibt aber eine billige Alternative. Einige Standard-DVD-Brenner können die Datenfehler auf einer DVD oder CD erkennen und auswerten. Die dazu nötige Software gibt es zwar nur für Windows und Linux, wir haben uns eines dieser Geräte aber trotzdem näher angesehen. Unsere Wahl fällt auf den Brenner PX716 von Plextor, der mit der Software Plextools verschiedene Arten von Datenfehlern erkennen kann. Neben Werten für PI/PO, eine bestimmte Art von Dateifehlern, misst das Laufwerk auch die Fehlerarten Beta und Jitter. Bei CDs sucht es nach C1/C2-Fehlern. Auf eine nähere Erklärung dieser Fehlerarten müssen wir hier aus Platzgründen allerdings verzichten. Besonders schnelle Ergebnisse liefert der so genannte TA-Qualitätscheck, der schon nach wenigen Sekunden die Qualität eines DVD-Rohlings bewertet. Für eine schnelle Überprüfung mehrerer Rohlinge ist dieser Test geeignet, man kann sich aber nicht zu sehr auf ihn verlassen. Bei jedem Durchgang liefert uns dieser Schnelltest nämlich leicht abweichende Werte. Für die zuverlässigeren Tests, etwa einen PI-Sum8-Test, muss man dagegen mit einer Stunde Testzeit rechnen. Interessant finden wir die Möglichkeit, CDs zu überprüfen. Wollen wir doch wissen, ob unser Macbook CD-Rs in 24-fachem Tempo mit schlechterer Qualität brennt als in 8-fachen Tempo. Die Plextools stellen keine großen Unterschiede fest und die Fehlerrate liegt bei dem schnell gebrannten Rohling nur zwanzig Prozent höher, qualitativ sind beide Rohlinge guter Durchschnitt. Der praktische Nutzen der Plextools ist daher nach unserer Einschätzung fraglich. Ein DVD-Brenner besitzt kein genormtes Laufwerk und kann deshalb nur eine relative Qualität messen – er zeigt nicht alle Fehler auf dem Medium, sondern alle Fehler, die er sehen kann.

Wie wir bei sommerlichen Temperaturen feststellen, kann eine Überhitzung des Laufwerks ebenfalls zu großen Mess- ungenauigkeiten führen. Auch die lange Dauer der Testdurchläufe ist für den täglichen Einsatz ungünstig. Bei unseren Test-DVDs bestätigen die Plextools die Ergebnisse, die unsere Beobachtung der Brennvorgänge zeigt: Die getesteten Rohlinge der Marken Verbatim und Octron weisen mehr Fehler auf als die Rohlinge von Panasonic und Sony.

Die richtige Aufbewahrung

Der richtige Rohling und der richtige Brenner sind noch kein Garant für Datensicherheit. Laut Datenrettungsspezialisten werden viele Medien nicht nur durch Qualitätsmängel unbrauchbar, sondern auch durch unsachgemäße Handhabung. Besonders bei DVDs gibt es einige Besonderheiten zu beachten. Vom Council on Library and Information Resources, einer Organisation für Bibliotheken und Archive, gibt es zu diesem Thema eine umfassende Sammlung an Tipps für die richtige Aufbewahrung. Das englischsprachige Handbuch mit dem Titel „NIST Special Publication 500-252“ ist als PDF im Internet unter www.itl.nist.gov/div895/carefordisc/CDandDVDCareandHandlingGuide.pdf verfügbar und beschreibt auf fünfzig Seiten die richtige Lagerung von CDs und DVDs.

So sollte man auf Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung, Feuchtigkeit und hohen Temperaturen achten. Besonders gegenüber Sonnenlicht sind DVDs sehr empfindlich. Das Fensterbrett ist folglich der falsche Aufbewahrungsort für die Medien, das Armaturenbrett des Autos ebenso. Längere Zeit sollte man DVDs aufrecht stehend lagern und möglichst keine Etiketten verwenden. Etiketten können die Form und damit auch Lesbarkeit der Disk verändern und durch ihren Klebstoff die Oberfläche beschädigen. Um die Oberfläche nicht zu beschädigen, sollte man die bespielten Rohlinge nur mit CD-Stiften mit weicher Spitze und spezieller Tinte beschriften. Die Oberseite einer CD ist im Unterschied zur DVD noch empfindlicher als die Unterseite – sie ist weit dünner. Sehr gute Stabilität gegenüber Kratzern haben bestimmte Rohlinge von TDK namens Scratchproof. Diese Medien kosten etwa zwei Euro, sind aber besonders stabil und schmutzabweisend und sind durch antistatische Eigenschaften weniger anfällig gegen Staub.

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