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RIAA: Vinyl-Platten bringen der Musik-Industrie mehr Geld als Youtube

23.03.2016 | 11:34 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Der Verband der US-Musikindustrie RIAA hat seine Ergebnisse vorgestellt. Kritik gibt es an werbefinanzierten Streaming-Diensten.

Die US-Musikindustrie hat im Jahr 2015 mehr durch den Verkauf von Vinyl-Platten verdient als sie Einnahmen durch werbefinanzierte Streaming-Dienste verbuchen konnte. Das geht aus den Zahlen hervor, die der Verband der Musikindustrie, RIAA, am Dienstag f├╝r das Jahr 2015 vorgestellt hat.

In dem Bericht wird klar festgestellt, dass die Musikindustrie nun ein "digitales Gesch├Ąft" geworden ist. ├ťber 70 Prozent aller Einnahmen werden ├╝ber digitale Plattformen und Formate generiert. Die Musikindustrie sei damit "digitaler" als alle anderen kreativen Industriesparten.

Im Jahr 2015 sei auch die Zahl der bezahlten, digitalen Abonnenten deutlich gestiegen. ├ťber eine Milliarde US-Dollar habe die Musikindustrie ├╝ber solche Bezahl-Musikdienste verdient. F├╝r das Jahr 2016 wird eine weitere deutliche Steigerung erwartet.

"Aber im Kern geht es bei Musik um die K├╝nstler und ihre Kunst", so RIAA-Chef Cary Sherman. Der Konsum von Musik habe zwar stark zugenommen, aber die dabei erwirtschafteten Einnahmen f├╝r die K├╝nstler seien nicht gleichm├Ą├čig angestiegen. Im Jahr 2015 h├Ątten die Musik-Fans zig hundert Milliarden Songs ├╝ber werbefinanzierte Dienste wie Youtube konsumiert, die Einnahmen seien aber vergleichsweise niedrig ausgefallen.

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Wie niedrig, zeigen zwei Zahlen, die die RIAA in diesem Zusammenhang ver├Âffentlicht hat. Demnach habe die Musikindustrie im Jahr 2015 insgesamt 17 Millionen Alben auf Vinyl-Platten verkauft und damit 416 Millionen US-Dollar verdient. Im gleichen Zeitraum seien ├╝ber die werbefinanzierten Streaming-Dienste viele Milliarden Streams angeh├Ârt worden, die nur f├╝r Einnahmen in H├Âhe von 385 Millionen US-Dollar gesorgt h├Ątten.

Einige "Technologie-Giganten", so der Vorwurf der RIAA, bereichern sich auf Kosten der K├╝nstler, die Musik kreieren. Daher fordert die RIAA mehr Gerechtigkeit und eine bessere Beteiligung an den Einnahmen.

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