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RKI-Datenspende: So klappt es auch mit der Apple Watch

08.04.2020 | 09:47 Uhr | Peter Müller

Je mehr Daten vorliegen, umso besser lassen sich Maßnahmen ableiten und vor allem begründen. Die Datensammlung des Robert-Koch-Instituts ist aber nur ein Anfang.

Wie Andy Weir in seinem gleichnamigen Roman den "Marsianer" Mark Watney sagen lässt: "We've got to science us out of this shit". Jeder sachdienliche Hinweis zur Eindämmung des Sars-CoV-2 ist wichtig, Apps können auch dabei helfen, wenn sie Bewegungsprofile auswerten, ohne Individuen zu verfolgen.

Nun hat gestern das Robert-Koch-Institut (RKI) per gleichnamiger  App um eine Corona-Datenspende gebeten. Auch Nutzer von iPhone und Apple Watch sind darum gebeten, neben ihrer Postleitzahl Daten aus der Health-App zu übermitteln, Bewegungsprofile bekommt die App des RKI keine, lediglich die Postleitzahl des Nutzers. Die Sache hat aber ihre Grenzen: Denn natürlich wären Daten zur Körpertemperatur hilfreich, aus dem Puls alleine kann man wenig Rückschlüsse über eine Erkrankung ziehen.

Manche Smartwatches mögen zwar in der Lage sein (ungenau) die Temperatur zu messen, der Apple Watch fehlen solche Sensoren, womöglich auch eine Frage der Genauigkeit bisheriger Technik für das Handgelenk. Auch eine zweite Zahl ist für das RKI interessant, die die Apple Watch nur bedingt liefern kann, solche zur Schlafgewohnheit. Es gibt zwar Tracker von Dritten, die Apple Watch hat noch keine derartige Funktion nativ an Bord. Was an einer weiteren Beschränkung der Technik liegt: Eine völlig neue Uhr mag zwar bei normaler Benutzung bis zu zwei Tage durchhalten und könnte daher auch im Schlaf getragen werden – zumindest jede zweite Nacht – ab etwa einem Jahr im Dauergebrauch lässt der Akku der Apple Watch aber derart nach, dass man es bereut, hat man die Uhr nicht während der Schlafenszeit an das Ladegerät gehängt. Bei der Einrichtung für die Apple Watch empfiehlt übrigens auch das RKI, auch die Dritt-Hersteller-Apps zum Schlaftracking zu installieren. Eine Übersicht der verfügbaren Apps haben wir hier zusammengestellt . Bei der Einrichtung auf der Apple Watch würde sich empfehlen, alle vier angeforderten Datenquellen für die Analyse freizugeben. Das sind momentan Schritte, Herzfrequenz, Ruheherzfrequenz, Schlafanalyse.

Immerhin bietet die Quarantäensituation ja nun die Möglichkeit, die Uhr auch in der ersten Stunde nach dem Erwachen wieder zu neuer Energie kommen zu lassen – man muss ja nicht das Haus verlassen.

Datenspende: Es ist auf alle Fälle ein Anfang
Vergrößern Datenspende: Es ist auf alle Fälle ein Anfang

Indes berichtet das RKI über bekannte Probleme: Unsere App und die Website hatten zu Beginn mit der großen Nachfrage zu kämpfen – wir arbeiten weiter daran, ihre Leistungsfähigkeit zu verbessern. Aktuell gibt es leider weitere Einschränkungen, die mit der Infrastruktur der Hersteller und Anbieter der Fitnessarmbänder und Smartwatches zusammenhängen. Um ihre Daten zu teilen, müssen Nutzer ihre Fitnessarmband- und Smartwatch-Accounts mit der Corona-Datenspende-App verbinden. Bei einigen Anbietern – unter anderem Google Fit – ist dies aktuell nicht möglich. Wir stehen bereits im Kontakt mit den entsprechenden Herstellern, um das Problem schnellstmöglich zu beheben. Wir bitten um etwas Geduld.

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